Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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153 Jubel? Tiefer Ernst, Reue und Buße drücken diesem Feste ihr Gepräge auf! Ernst und nicht heiter, mehr Ausdruck der Sorge und des Bangens, als der Freude und der Hofsnung, so stehen die anderen Feste vor uns! II. ״Ihr sollet euch freuen vor dem Ewigen, eurem Gott, sieben Tage!" Laut und ungetrübt, a. V., dagegen darf entströmen der Jubel dem Herzen und dem Munde an diesem Succothseste. Niemand weinet bei unserer Freude, Niemand ist in Leid und Kummer gestürzt durch unser Glück! Wir feiern, mir freuen uns einer Errettung, daß entronnen wir einem argen uns knechtenden Feinde. Wir jubeln ob der Errettung unserer Seele aus den Banden der Bosheit; unsere Freude gilt, daß mächtig in uns geworden der Trieb zum Guten, daß geschwächet ist der Zug zum Bösen, daß geeint wir und v e r - söhnt uns fühlen unserem Gotte! Eingeheimst ist auch die Ernte, Gott hat gesegnet den Ertrag. Ein Jahr der Sättigung und der Fülle hat er uns verliehen. Auch in allen ander eil Gewerben zeiget sich eher Aufschwung als Niedergang: drum weichet die Furcht, d'rum nimmt die Hoffnung und die Lebensfreude die erste Stelle ein in unserem Danken und Hatlelujah — Gott Lob — Gott Preis — jubelt jeder Mund. '121 ״ .!שמחת בחגךDu und Alle um dich her, ihr sollet freudig sein an diesem Feste," da du eingesammelt der Scheuer und der Keller Ertrag, da du errichtet die Succah, die Hütte dir als Sinnbild des Lebens! Nicht ein festes Haus, das allem Unwetter Widerstand leistet, in dem sicher wir ruhen und geschützt uns fühlen vor jedem Unheil — nicht so erscheinet uns, nicht so mehr fordern wir das Leben. Eine ״Hütte" allein, die dem Sonnenschein und Schatten gleichen Zugang gewähret, die dein ©tunn und dem Regen offen steht, und in welcher weilend wir Gott spenden Preis und Dank, — das ist des Lebens Erfassung, die in der Lebensernte wir uns gesammelt haben! Wohl wissen wir hinfällig und sterblich die Unfern — wohl sehen Verlusten wir