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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 2 (1878) · p. Seite 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 148 (sequence 68)
Language
German
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148 standtheile desselben disputiren wollen. — Wollt ihr den Grund wissen, warum, wie so es kommt, daß so Mancher das Göttliche verläugnet, das Heilige verhöhnt, das ewig Wahre verläßt, kurz, alles das nicht begreift, was für Andere das Höchste im Leben ist, nun so müßt ihr den Grund in dem Leben, indem Thun Jenes suchen, denn die Art und Weise, wie Jemand lebt, ist der beste Schlüssel für seinen Glauben. Prüfe nur ein Jeder bei sich selbst die Wahrheit dieses Satzes, er wird sie im eigenen Leben bestätigt finden. Das, l. Fr., ist auch der Grund, warum die jüd. Lehre stets weniger Gewicht auf Dogmen, auf Glaubenssätze legt, als auf's Thun: denn nicht dein Glauben, sondern deine Thaten machen im Judenthum dich selig. Was nützt dir's zu glauben an einen einzigen Gott, wenn du ihn im Leben nicht bethätigst? Steht nicht entsprechend dem ersten Gebot von der Ankündüng eines Gottes auf der einen Tafel, das ״du sollst nicht morden!" auf der andern, um dir zu sagen, daß dieser Glaube an einen Gott vor Allem darin besteht, daß du in allen Menschen das Ebenbild dieses Gottes achtest und werthhaltest sein Leben, sein Vermögen, seine Ehre, seinen guten Namen. ״Wir wollen thun!" riesen unsere Voreltern begeistert am Sinai — vor Allem das Thun; das Verstehen, das Begreifen, die Erkenntniß folgt nach. Das ist auch der Grund, warum der Todesengel über Israel keine Gewalt hatte, nicht blos weil er die jüd. Glaubensartikel, sondern hauptsächlich weil er das jüd. Leben nicht überwinden konnte. Macht ihr aber das Judenthum vom Glauben abhängig, dann habt ihr dem Todesengel, dem vielköpfigen Zwist, die Thür geöffnet. Und wie unsere Väter einst einstimmig am Sinai gerufen: ״Wir wollen thun, erst thun, dann verstehen," so muß es wiederhallen in unser Aller Herzen. An uns ist es, zu beweisen, daß das Judent h u m eine R e l i g i o n d e r T h a t sei, eine Religion, der nicht genügt wird durch einige flüchtig hingesprochene Glaubensformein, sondern eine Religion, die das ganze Thun des Menscheu, alle seine Beziehungen zur Außenwelt regeln und läu-

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