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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 2 (1878) · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 147 (sequence 67)
Language
German
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147 bie Worte ״ נעשה ונשמעWir wollen thun und wollen verstehen" — knüpfen, wie viel Gewicht sie namentlich auf die Reihenfolge erst ״thun" und dann ״verstehen" leger!. Da sagen sie: In dem Augenblicke, wo Israel das ״Thun" dem ״Verstehen" voranstellte, da יצתה בת קול ואמרה« בני מ׳ ״ גילה לכם רז זה ,לשון שמלאכי השרת משמשין בוda erscholl eine Stirnme in der Höhe: Wer hat euch, meine Kinder, dieses Geheimniß enthüllt, das euch auf Engelstufe erhebt?״ Da sagen sie ferner: ״Gott ließ den Todesengel kommen, um ihm zu sagen, obwohl Alles auf Erden deiner Herrschaft übergeben ist, über dieje Nation, die das ״Thun," dem ״Verstehen" vorangestellt, sollst du keine Macht haben." Da sagen sie endlich: ״daß jeder Israelit daruals zwei Kronen erworben habe, eine Krone für das ״Thun" und eine für das ״Verstehen." Sollte es sich nicht der Mühe verlohnen, aus diesen bildlichen Redewendungen der Weisen den gedanklichen Gehalt herauszuheben? M. A.! Das נעשה ונשמע das ״erst Thun" und ״dann Verstehen," das unsere Weisen ein Geheimniß nennen, es ist bis heutzutage noch für viele ein Geheimniß geblieben. Wir wollen uns näher erklären. Man hört gewöhnlich in! Leben den Satz: Wie der Mensch glaubt, wie der Mensch erkennt, so lebt er auch, so handelt er auch." - Dieser Satz wird verstanden und beherzigt. Man hält das Glauben, das Erkennen für die Ursache, das Thun und das Leben für die Folge. Daß aber die Uinkehrung dieses Satzes noch mehr Wahrheit enthält: Wie der Mensch lebt, wie der Mensch handelt, so glaubt er auch, so erkennt er auch — das wird schwerer verstanden. In Wahrheit aber, das merke sich ein Jeder, in Wahrheit erkennt das reine, lautere Herz Gott und göttliche Dinge besser, als der schärfste Verstand, mit dem sich ein unlauterer Sinn paart. Ja ein tugendhaftes Leben wird uns an! allerehesten den Weg zur Erkenntniß des Göttlichen und Religiösen eröffnen, eher alo alles Grübeln und Forschen nach Gründen. Denn er st verst e h e n wollen nnd dann thun, das hieße: mit dein Arzte, — anstatt das Heilmittel zu g e b r a u ch e n — erst lauge über die Be-

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