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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 2 (1878) · p. Seite 130

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 130 (sequence 50)
Language
German
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130 jüd. Lebensberufes emporzuführen und mit einer durch nichts zu trübenden hoffnungsreichen Begeisterung zu rüsten, — diese Einrichtung, diese göttliche, es ist das Fest, das heute von uns scheidet, es ist das Peßach-, es ist das Frühlingsfest, und horch, wie aus des Propheten Munde einst, ruft es über die weite Erde hin: מארבע רוחות באי הרוח ופחי בהרוגים האלה ״ ויחיוVon Ost und West, von Süd und Nord komm Geist; hauch' diese Erstorbenen an, daß sie aufleben!" Ja das Peßachfest, es weiset uns nicht nur auf den Frühling in der Natur, es mahnet uns auch an jenen großen Menschenfrühling, als dessen Herold Israel mit dem Frühlingsstabe in der Hand ausgesandt worden ist, und der in den großartigsten Zügen in unserer heutigen Haphtara gezeichnet ist. Wie arm wären wir, wenn wir nur dem Frühlinge in der Natur zujauchzten, ihn besängen, aber den Frühling in der eigenen Brust nicht fühlten, den Frühling in unserem Herzen nicht kennten, unsere Frühlingsaufgabe vergäßen, und nur von einem nimmerwiederkehrenden Frühling zu klagen wüßten, und nur die Blüthen der Natur suchten, um sie auf das Grab der Menschheit wehmuthlächelnd zu streuen? Wie arm wären wir, wenn nur der nicht denkenden und nicht fühlenden Natur alljährlich der Frühling käme und mit immer frischer Wundermacht die Verjüngung zu neuem Leben bewirkte, dem Menschen aber, mit seinem nach Licht durstenden Geiste, mit seinem nach Leben schmachtenden Herzen, mit seiner Liebe und Leben, Friede und Freude suchenden Seele, der Frühling nur als eine bereits in der Kindheit verträumte und verlorene sonnige Welt im Gemüthe dämmerte, von der Wiege bis zum Grabe ihm nur verlorene Liebe und begrabenes Leben und geflohener Friede und verwelkte Freude beschieden wären,wenn dem,was verloren und begraben, was geflohen und gewelkt ihm, keine Wiederkehr und Auferstehung winkte, wenn er nur den Frühling in der Natnr, und nicht in diesem auch das Vorbild des Frühling des eigenen Lebens zu feiern wüßte! "p על ״ עלמות אהבוך על שהנחלת להם ב׳ עולמות אהבוךDaran, daß zw ei Welten uns verheißen, erkennen wir die Liebe Gottes!"

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