Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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78 —?enden Sturm, wie sollten geschützt sein wir, das schwache Dtohr, das unansehnliche Gewächs! Aber der Gatte der Verklärten hat nicht bloß gelitten wie der Erzvater, sondern auch gehandelt, wie er. ייצב יעקב מצבה על קבורתה Wie Jacob ein Denkmal errichtet auf dem Grabe der Rahel, so hat auch er ein Denkmal errichtet auf dem Grabe seiner Gattin, auf daß es Zeuge sei in den kommenden Tagen, was sie ihm und uns Allen gewesen, was wir alle an ihr für einen kostbaren Schatz verloren. Das Leben können wir ihr nun einmal nicht wiedergeben, so wollten wir wenigstens die Spuren ihres kurzen Erdendaseins uns erhalten, ihre letzte Nuhenätte und mit dieser ihren guten Namen und ihr gesegnetes Andenken vor der Vergessenheit bewahren. Freilich wie klein unb winzig ist es, was wir für sie zu thnn vermögen! Ein warmqnellendes Leben, ein warmes Herz, von den reinsten und edelsten EmpfindunKn durchzogen, haben wir hier in die Tiefe gesenkt, und dafür steigt an derselben Stelle empor ein kalter Stein, ein todter, empfindungsloser Marmorblock! Wie furchtbar und traurig! Aber wie einst auf steinernen Tafeln ist eingegraben worden das lebendige Wort, so glaubten wir auch diesem Steine Leben dadurch einhauchen zu können, daß wir mit ehrenem Griffel in ihn gruben der Verklärten frommes Schaffen und Walten und unseren eigenen Jammer und Schmerz. Länger als das längste Menschenleben wird währen dieser Stein, und die Inschrift, die wir heute zum ersten Male von ihm herunterlesen, wird nicht sobald ihren Namen und ihr Andenken der Erde entschwinden lassen. Sie ruht unten, unseren Blicken entrückt, aber hier oben auf dem Grabeshügel erhebt sich ihr Denkmal, und die Gründzüge ihres von wahrer Frömmigkeit und Tugendhaftigkeit durchdrungenen Lebens wird es jedem Vorübergehenden in glänzender Schrift vorführen. — Wir aber, m. Theuren, sind bei der ersten Wiederkehr des traurigen Tages, an dem unsere unvergeßliche Gattin, Schwester und Freundin ihr ehedem so freundlich und hell leuchtendes Auge, auf ewig geschlossen, wir ünd an ihrem ersten Gedächtniß-