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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 60 (sequence 62)
Language
German
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60 ruhe, daher die athemlose Thätigkeit, welche den Menschen in seinen körperlichen und geistigen Kräften vor der Zeit erschöpft, welche ihn dazu treibt, sich an dem Recht und der Ehre seines Nebenmenschen zu vergreifen, welche wie eine Scheidewand sich erhebt zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Mensch. Diese Scheidewand muß heute fallen und niedergerissen werden, ״es werde das Fleisch zum Schweigen gebracht vor dem Herrn, so er sich uns zuwenden soll aus seiner heiligen Wohnung." Darum kasteien wir uns von Abend zu Abend, darum entsagt unser Körper allem Anspruch auf Speise und Trank, renmüthig und gebeugt stehen wir hier vor Gott, um seine Vergebung und Verzeihung herabzuflehen. Kein Preis ist uns zu hoch, um unseren Bruder heute zu begütigen, um seine Versöhnung zu erlangen. Aber nicht nur für heute, der eine Tag thut es nicht, mit dem Jetzt allein ist nichts erreicht. Heute soll uns das Bewußtsein aufgehen, was der Geist über das Fleisch vermag, so es ihm heiliger Ernst damit ist. Wir sollen lernen, die übertriebenen Ansprüche des Körpers nach ihrem wahren Werth zu würdigen, um sie stets auf ihr rechtes Maß zurückzuführen; wir sollen die Einsicht gewinnen und den Entschluß in uns befestigen, daß unsere Thätigkeit niemals die natürlichen und sittlichen Schranken überschreite, welche Religion und Gewissen um sie gezogen, daß wir von nun ab niemals mit unserem Begehren und Trachlen hinübergreifen wollen in den Kreis und das Gebiet unseres Nächsten. אם אתה הכינות לבך ופרשת אליו כפיר ״Wenn du in solcher Weise dein Herz bereitest, dann erst magst du die Hände betend zn Gott ausbreiten." אם און ביהך ״ הרחיקהו ואל תשכן באהליך עולהWenn aber Unrecht an deinen Händen klebt, entferne es sobald als möglich und gieb nicht zu, daß ein unrechtinäßiges Gut in deinem Zelte herbergt," ersetze, entschädige, vergütige, so sehr auch dein Fleisch sich dagegen sträubt und bäumt. 'הם כל כשר ככני ה Denn es schweige das Fleisch mit seinen maßlosen, nie zu befriedigenden Forderungen, sobald die Stimme des Herrn und

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