Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 41

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 41 (sequence 43)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616701-9619793-9619794--1143-9619837
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

von Gott Berufenen, legt die Menschheit in kurzen Zeiträumen den Weg von Jahrhunderten zurück. Und in die Hände solcher עזי פנים legt Gott die Fäden und die Hebel der Geschichte. Es sind die Mächtigen, die der Welt Gesetze vorschreiben, seien es auch nur die Gesetze des Schönen und Gebührlichen. Leben sie selbst in unscheinbaren Verhältnissen, so kann sich die Welt doch nicht ihrem gebieterischen Einflusse verschließen. (♦,חוצפא מלכותא בלא תגא (סנה' קד denn ״der Muth ist ein Königthum ohne Krone". Der kühne unternehmende Geist weiß zu regieren, selbst wenn die Welt ihm die Mittel und das Zeichen der Herrschaft vorenthält. Der Muth hat indeß nur dann solchen Werth, wenn er mit Fähigkeit und Würde verschwistert ist, wenn Wollen und Können Hand in Hand gehen, wenn gedeihliche Zwecke und gerechte Mittel sie leiten und bestimmen. בעקבות משיחא ״ חוצפא יפגא (סוטה מט)Nur wenn der kühne Unternehmungsgeist in die Fußtapfen welterlösender Ideen tritt, dann steht er groß und achtunggebietend da." Der Mensch darf sich aber nicht hervordrängen, wo er weder berufen noch befähigt ist; sonst wird sein Selbstgefühl als Eigendünkel, sein Thatendrang als Anmaßung, sein Muth als Frevelmuth, seine Chuzpa als Unverschämtheit angesehen und verurtheilt. Und wie erst, wenn der kühne Wille sich arge Ziele wählt, wenn er auf frevelhafter Bahn zügellos einherstürmt, wenn er schonungslos und ohne Scheu sich und seine Anschauungen zur alleinigen Geltung bringen will und fremde berechtigtere Ausichten und Absichten mit dem Aufwande scharf einschneidender, das Wohl und die Ehre tiefverletzender Mittel mit einer vor nichts znrückweich.nden Vermessenheit bekämpft, wenn die Chuzpa alle Schranken der guten Sitte, des Anstandes, der Billigkeit durchbricht, aller Lebeusregeln der schuldigen Achtnng und Rücksicht spottet: dann verdient sie das Brandmal aufgedrückt zu haben, (״ עז פנים לגי הנם (אבות ד,' ביsie führt zur Verdammniß, zum Verderben." Sie ist wie der Stahl, der ebenso gut zum Werkzeug des Friedens und Segens, wie zur Waffe des Mordes und Fluches dienen kann, der Für-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.