Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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9 innern. Die ersten Tage sind lediglich ernsten Charakters; auf sie findet keine Anwendung das חציו לה׳ וחציו לכם ״die Hälfte für Gott, die Hälfte für euch", sondern ganz ge» hören sie Gott an, Ganz opfer sind es, die wir dem Herrn darbringen. Und können sie wohl diesen Namen verdienen, wenn sich in unserer Mitte kein fester Bau von starken, ganzen Steinen erhebt, sondern Alles morsch, Alles Stückwerk ist? — Es folgen dann Feste, an denen wir Freudenopfer darbringen, von denen es heißt ״du sollst dich freuen vor dem Ewigen, deinem Gotte", die Freude in dem Ewigen uns zur Pflicht gemacht ist. Und ist es nicht auch da selbftverständlich, daß die reine Festesfreude nur dann in die Mitte der Gemeinde Israels einziehen kann, wenn über dem Altar kein Eisen geschwungen wird, keine Uneinigkeit und Zwietracht herrscht, nicht Groll und Erbitterung genähert wird? — Wenn aber solcher Art das Heiligthum ist, daß unsere Gesammtheit ihrem Gotte errichtet, dann gilt von diesem auch: ״Auf diese Steine wirst du schreiben alle Worte dieser Lehre gut verdeutlicht." Ja, auf solchen Bausteinen ist in deutlichen Zügen der ganze Inhalt der heiligen Torah ausgeprägt, in ihnen verkörpert der erhabene Geist, der unsere gottentstammte Religion durchweht, was nur das Gotteswort von uns verlangt — hier ist es mit ehernem Griffel eingegraben. Unsere Weisen erläutern den Ausdruck ״ באר היטבgut verdeutlicht" durch die Bemerkung, die hulige Lehre wäre auf dem Altar niedergeschrieben gewesen ״ בשבעים לשוןin siebenzig Sprachen", d. h. in allen Sprachen der Welt. Ist dieses denkbar? Ganz gewiß. Die Inschrift, welche ein aus solchen Bausteinen zusammengesetzter Altar trägt, ist abgefaßt in allen Sprachen, denn sie ist nicht blos dem der hebräischen Sprache Kundigen, sondern allen Völkern der Erde leserlich und verstündlich. Wer auch immer ein solches Gerneinwesen erblickt, welchem Land und welcher Zunge er angehöre, der erkennt, daß demselben der Siegel des Göttlichen aufgedrückt ist. Wenn alle Nationen der Erde aus allen Enden der Welt herbeiströmen und ein so erhabenes Heiligthurn erblicken möch-