Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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7 ausgeschrieben, dann wirst du ein Land betreten, in dem du ein wahres Gottesgeschenk erblicken kannst, ein Land, welches fließt wie Milch und Honig, wie es der Gott deiner Väter dir verheißen, in dem Bäche des göttlichen Segens sich dir reichlich ergießen." II. Wann aber werden solche geheiligte Erinnerungen vergangener Tage auch auf die kommende Zeit fruchtbringend wirken und inwiefern wird sich ihr Segen an uns offenbaren? Darüber belehrt uns der zweite Theil unseres Textes: ורדה בעברכם את הירדן תקימו את האבנים האלה בהר עיבל ״Wenn ihr den Jordan überschritten haben werdet, so soll ihr diese Steine aufstellen auf dem Berge Ebal." Israel also sollte — dieses scheint wenigstens der natürliche Wortsinn zu sein — die Steine, welche es an dem einen Ufer des Jordan errichtet und mit heiliger Inschrift versehen hatte, später beim Uebergange wieder von ihrer Stelle nehmen und mit sich hinübertragen nach dem anderen Ufer auf den neuen Boden. Und braucht es in der That noch erst besonders hervorgehoben zu werden, daß auch wir die großen Denksteine, die wir auf dem Felde unserer Erinnerung gesammelt und an der Eingangspforte eines neuen Zeitabschnittes vor uns aufgerichtet, nicht zurücklaffen, nicht ohne sie weiter unseres Weges wandeln dürfen, sondern sie zu Begleitern auf unserer ferneren Lebensbahn machen, sie mit uns nehmen müssen auf unseren späteren Zügen? Uebersehen wir aber auch nicht, daß die Steine aufgestellt werden sollen ״auf dem Berge Ebal". Weshalb aber grade auf dem Berge Ebal, der bekanntlich das Symbol war des Fluches und Verderbens? Weil, auf solcher Stätte errichtet, die D e n k t a s e l n sich verwandeln müssen in Warnungstafeln. Denn gesetzt, es trieben Jewanden seine bösen Begierden, einen Weg zu betreten, von dem er selbst weiß, daß er zmn Laster und Verbrechen führe; er setzt seinen Fuß auf ihn, und er erblickt an fetnent Endpunkte eine an die Gottheit mahnende Inschrift; er zieh wei-