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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-08-01 · 11-12 (8.1875) · p. Seite 284

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
11-12 (8.1875)
Date
1875-08-01
Page
Seite 284 (sequence 44)
Language
German
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diese widerspenstig vom graden Wege abirrten und feilten reinen, geweihten Boden mit Sünde und Abfall befleckten. ויקנא ה׳ לארצו ״ ויחמול על עמוSo sich Gott seines Volkes erbarmte, so nahm er sich auch seines Landes an." (Joel 2, 18). Das Schicksal Israels und Palästina's schien seit ihrer ersten Verbindung aufs engste mit einander verknüpft zu sein. צבי היא לכל חארצוח Es war ״das herrlichste der Länder", so lange Israels Stämme in seinen Marken weilten, aber es bot ein Bild trauriger Dürre und Verödung, wenn diese es verließen und in die Verbannung wanderten, als könnte das eine nur im Besitze des andern blühen und gedeihen. Diese enge Beziehung zwischen Land und Volk sollte jedoch im Laufe der Zeiten gar herbe Prüfungen, gar mannigfache Erschütterungen erfahren; theils innere Verderbniß und Zerfahrenheit, theils auch die Mißgunst der Nachbarvölker drängten sich störend ein in dies traute Verhältniß und drohten es gänzlich aufzulösen. Zweimal ward Israel gezwungen sich von seinem geliebten, heimathlichen Boden zu trennen und mit dem Wanderstabe in der Hand den weilen, traurigen Weg in die Gefangenschaft anzutreten, zweimal sah es seine blühenden Städte, seine festen Burgen und seinen schönsten Schmuck, das Heiligthum, fallen unter den gewaltigen Streichen der Feindeshand. Von dem zweiten Falle, den ihm der Römer beigebracht, erholte es sich nicht wieder; von seiner zweiten Wanderung fand es nicht wieder den Weg zur Heimath zurück. 1800 Jahre sind bereits über jene Stätten der Verwüstung, über jene schauerlichen Trümmerhaufen dahingegangen, aber sie sind noch immer stumm und unbewegt, als wäre für immer das Leben aus ihnen gewichen und als müßte jeder Versuch, sie zu erwecken, sie zu freundlichen Wohnsitzen erstehen zu lassen, an irgend einer ge- Heimen, verborgenen Macht, die sie mit eisernen Banden umschlungen hält, scheitern. Mit furchtbarer Strenge hat sich dort erfüllt das Wort der Schrift: ״Den Himmel über euch lasse ich sein wie Eisen und den Boden unter euch wie Erz." (Levit. 26, 19.) ״Schwefel und Salz, eine Brandstätte sein ganzer Boden, der nicht besäet wird und nicht aufsprießen läßt, auf dem keine Pflanzung aufteimt." (Deut. 29, 22). Und dennoch konnte trotz der langen gewaltsamen Trennung dieser Zusammenhang zwischen Land und Volk nicht gänzlich durchschnitten werden. Die Welt hat inzwischen ihren inneren Gehalt, wie ihre äußere Gestalt gar oft gewechselt, die Größe und Machtstellung der Völker hat inzwischen gar mancherlei Veränderung erfahren, aber mitten in diesem bunten, Wechselvollen Treiben blieb unzerstört die Erinnerung an Zijou. Alle Fluthen

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