Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 11-12 (8.1875)
- Date
- 1875-08-01
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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282 gleich, sich durch alle seine Werke hindurchzieht. Von diesem Levi können wir daher mit Recht behaupten: ברך ה' חילו ופועל ידיו ״ תרצהDer Herr segnete sein Geistesgut, und an seiner Hände Werke nahm er Wohlgefallen." Ganz besonders aber lag Gottes Segen an einer Schöpfung, die des großen Meisters herrlichstes Händewerk war: die Rabbinerbildungsschule, deren Gründer, Leiter und Seele der in Gott Verblichene durch 21 Jahre gewesen, und die sich nnter seiner gottgesegneten Führung eines stets wachsenden Zutrauens, einer immer steigernden ersprießlichen Wirksamkeit sich erfreute, und deren Schüler in den Gemeinden von nah' und fern, ja selbst jenseits des Oceans im Sinn und Geist ihres großen Meisters wirken. Zwar ist es beliebt worden in letzterer Zeit, namentlich in orthodoxen Kreisen Ungarns, wo so Vieles in der Strahlenbrechung einer unwissenschastlichen, verschwommenen Beurtheilung zur Anschauung gelangt, die so segensvoll wirkende Anstalt und deren auf der Höhe der Zeit stehenden Schüler in Verruf bringen zu wollen. Die Gernegroßen, die baar nicht blos der weltlichen, sondern auch der jüdis ch-wissenschastlichen Vorkenntnisse, nicht eine Misch na recht verstehen; sie, die verschrobenen Krummköpfe, die an dem Mark ihres frühbeende- Len Talmudstudiums zehren, aus dem verrotteten Arsenal ihrer (גירסא דינקתא) Jugenderinnerungen die verrosteten Schrullen ihres pilpulistischen Kleinkrämergeistes immerfort hervorlangen, um mit Worten zu flunkern; sie, die nie was Rechtes gelernt haben und doch alles ״Lernen" im privilegirten Alleinbesitz zu nehmen den Muth haben; sie, die mit ihren liebgewordenen Stich- und Stachel- Worten von ״Amhaarez" und ״Poschea" um sich werfen, sie, die Geisteszwerge, wagten sich an den Geistesriesen und Riesengeist, an einen Frankel, den berühmten Schüler des berühmten Meisters R. Moses Minz ז״ל heran, an ihn, dessen Schuhriemen zu lösen sie nicht würdig waren! Allein fürwahr! es bewahrheitete sich unser Textwort: ״ מחץ מתנים קמיו ומשנאיו מן יקומוןLendenzerschmettert sind seine Anfeinder, seine Gegner vermochten nicht aufzukommen!" Doch genug hievon! Es wäre Sünde, durch solche Erinnerungen die Weihe unseres heiligen Schmerzes uns trüben zu lassen! Hat doch auch unser Altmeister solchem Gepolter stets das Psalmwort als Abwehr entgegengehalten : ״mögen sie fluchen, so Du nur segnest" (Ps. 109, 28). Und Gott der Herr hat ihn gesegnet . . . gesegnet, daß er die Früchte seiner Pflanzung noch bei Lebzeiten genoß; gesegnet mit Gemüthsftische und Geistesrüstigfeit, mit denen er ungebrochen der Lieblingsbeschäftigung der Se-