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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-06-01 · 9-10 (6.1875) Juni-Juli · p. Seite 235

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
9-10 (6.1875) Juni-Juli
Date
1875-06-01
Page
Seite 235 (sequence 35)
Language
German
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285 hielten sie auch treulich und unverbrüchlich zu ihm in den Tagen des Glückes. Sie sahen ihn steigen von Stufe zu Stufe, doch weit entfernt, ihm diese verdiente Auszeichnung kleingeisterisch und neidisch zu mißgönnen oder gar zu verleiden — freueten sie sich vielmehr ihrer von ganzem Herzen, waren sie vielmehr stolz darauf, daß ein Mann aus ihrer Mitte zu so hohem Range emporgestiegen: °) ״Denn der I e h u d i M o r d e ch a j war der Zweite nach dem König Ahasverus, aber auch groß bei den Jehudim, und beliebt bei der großen Menge seiner Brüder." Wahrlich! dieser Bericht der heiligen Schrift gereicht jenem Geschlechte, das den Mordechaj so hoch gehalten, nicht weniger zum Ruhme als diesem selbst; denn es geht daraus hervor, daß jenes Geschlecht '״ באור הim Lichte Gottes", im Lichte der Wahrheit und Gerechtigkeit, gewandelt. Und Mordechaj selbst — wie sehr verdiente er diese allgemeine Liebe und Verehrung! ihn hatte das Glück nicht stolz gemacht. Auf der Höhe, auf welcher er nun stand, wurde er nicht hochmüthig; er schaute auf seine Brüder nicht mit Geringschätzung herab. Sein Herz gehörte ihnen nach wie vor. ״Er suchte das Wohl seines Volkes und strebte für das Heil des komnienden Geschlechtes." 7) Mordechaj war weit davon entfernt, sein Ansehen und seinen Einfluß egoistisch für sich auszubeuten, — nein, sein edles Wesen fühlte sich nur wohl und behaglich in der Thätigkeit und Wirksamkeit zum Wohle der Rebenmenschen. So bekundete sich allseitig wahre Geistes- und Herzensbildung, woraus naturgemäß allseitige Befriedigung und Zufriedenheit erblühte. Wie sehr befriedigend die Zustände und Verhältnisse unter den damaligen Jehudim in der Thal waren, bekundet schon die Art und Weise, wie sie die Purim-Feier begingen und in alle Zukunft begangen wissen wollten: ״Diese Tage (14. u. 15. Adar) soll man machen zu Tagen der Festlichkeit und der Freude, wo man sich gegenieitig beschenkt und Gaben an die Dürftigen sendet." 8) Wo man sich gegenseitig beschenkt, da herrscht Geselligkeit, und die ist die Würze des Lebens. Aber der gesellige Verkehr erhielt erst die rechte Weihe durch die Acte der Wohlthätigkeit, die ihn begleiteten. Man wollte nicht blos selber sich freuen, sondern auch Andere erfreuen. כי מרדכי היהודי משנה למלך אחשורש וגדול?‘יהודים (י ורצוי לרב אחיו• דורש טוב לעמו ודובר שלום לכל־ורעו• ר ימי משתה ושמחה - ומשלוח מנות איש לרעהו ומתנות (* לאביונים• 15 Israelitisches Predigt-Magazin. Juni, Juli 1875.

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