Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 9-10 (6.1875) Juni-Juli
- Date
- 1875-06-01
- Page
- Seite 234 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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234 zu שמחה וששון, zur Freude uud Wonne — אש דת למו, das Feuer des Güttesgesetzes war ihr Leucht- und Leitstern auf ihrer Lebensbahn, und da konnte das zu erreichende nnb erreichte Ziel kein anderes sein, als Sieg und Triumph, Freude und Wonne! II Das Licht, das geistige Licht, von welchem die Jchudim im Persischen Reiche zur Zeit des Ahasverus erleuchtet waren, gewährte ihnen Freude und Wonne, verschaffte ihnen gesteigerte Heiterkeit und Fröhlichkeit, und zwar schon durch das schöne Bewußtsein, den glänzenden Sieg durch angemessene und entsprechende Halt!!! g errungen zu haben. Das Gefühl der Einheit, das Jnnewerden des Zu׳am merrgehöreus und Zusammenhalten^- — das hob ihr Bew:ß sein. das erweiterte ihr Herz und goß Freude in ihr Gemüth. Und diese Einheit und Einmüthigkeit, die ihnen zum Siege verbolfen, verließ sie auch nach dem Siege nicht. Und darin eben zeigte sich die geistige und sittliche Größe jenes hartgevrüften Geschlechtes. Gewöhnlich pflegt die Einigkeit unter Zusammengehörigen nur so lange zu dauern, als eben die Gefahr dauert — ״die Gefahr verbrüdert." Wie aber nur die Gefahr vorüber ist, ist gewohnlich auch die Einheit dahin, dann lebt Jeder wieder nur seinem Vortheil, seinem Interesse und kümmert sich um den Andern nicht mehr — höchstens nur noch in neidischem und mißgünstigem Gefühle, wenn nämlich der Andere glücklicher zu sein scheint. So führt der Sieg über äußere Feinde häufig nur zu Streit und Hader, zu Zwist und Spaltung im Innern, und anstatt ״Freude und Wonne" herrscht Verstimmung und Unzufriedenheit. Wo das der Fall ist, da ist mit Gewißheit vorauszusetzen, daß es da an Licht und Erleuchtung mangelt, denn das bleibt ewig wahr: ״ohne Licht keine Freude" — ohne geistiges Bewußtsein und religiöse Erkenntniß keine wahre Heiterkeit und Fröhlichkeit. Die Judäer im Persischen Reiche waren aber im vollen Besitze des himmlischen Lichtes, der geistigen Klarheit, der religiösen Erkenntniß, darum strömte ihnen auch Freude und Wonne in überschwenglicher Weise zn, darum genossen sie den Sieg, darum trug er ihnen Früchte, gesegnete Früchte. Einigkeit und festes Zusammenhalten hatte sie zum Siege geführt, und Einigkeit und festes Zusammenhalten zeichnete sie auch nach errungenen! Siege aus und. erhielt diesen in steter Vollkraft und Frische. Und wie sie in den Tagen des schweren Kummers vertrauensvoll um Mordechaj sich geschaart und dessen Worten gelauscht hatten, so