Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 9-10 (6.1875) Juni-Juli
- Date
- 1875-06-01
- Page
- Seite 212 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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212 baren Ausführlichkeit errichtet hat, wer weiß es denn nicht, daß Eines edlen Menschen Anerkennung und Lob bei weitem answiegt das urtheilslose Gerede der blinden Menge, des blinden Haufens. Denn der Edlen Anerkennung ist nicht blind, der Besseren Beifall nicht eingegeben von Laitnen und Augendienerei, ist nicht gegründet auf Eigennutz und llicht geblendet durch Bestechung. — Meine lieben Freunde, wie Jethro, erst nachdem er mit eigenen Augen sich überzeugt hat, erst nach eingehender Prüfung es ausspricht: עתה ידעתי ״ כי גדול יי מכל אלהיםJetzt sehe ick/s mit eigenen Augen, daß der Ewige größer ist, denn alle Götter", — so billigt er nicht Alles, was er sieht, so ist er selbstständig und wahrheitsliebend genug, um seine bessere Einsicht auszusprechen und um ihre Geltendmachung sich zu mühen. Da er sieht, wie Mose allein von früh bis spät alles im Volke richtet und entscheidet, da sagt er zu ihm: נבול ״ תכילermüden mußt du, und auch das Volk", לא טוב הדכד ״ איטר אתה עושהnicht gut ist die Sache, die du thust;" da gibt er verständigen Rath. Und Mose? weist er ab in eitler Ueberschätzuug und aufgeblähter Lelbstgesälligkeit, was kluge Einst bt ihm lehrt? Rein, meine lieben Freunde! Da zeigt sich erst recht Mose's Größe, sein Edelsinn,!eine Tcmath; er, der Führer des Volkes, der es aus Egypten geleite!, durch den wunderbares ohne Zahl der Ewige gewirkt hatte, er, der gleich einem Könige Herricher war im Volke er hörte auf Jethro's Lehre! O, rneine Lieben, ich >v iß nicht, w׳n ich mehr bewundern soll, den Jethro, dessen ubarser rr lick fosort das Richtige erkennt, dessen klarer, offen, r Sinn sogleich das Zutreffende anräth, oder den Mose, der in Deruuth und Besch׳ idenheit das Gute dankbar annimmt, woher es ihm wird geboten. Aber freuen wir uns dieser Verlegenh.it, wem von den beiden edlen Gestallen wir zuerst zuwenden sollen den Blick, freuen wir uns unserer תורה, der Lehre, die einem Jeden von uns solche Fälle des Beispiels vor die Seele stellt, vor die Augen! M. Fr.! Als es Könige gab in Israel, da war es Gesetz daß der Fürst bei sich trage eine Abschrift der Lehre, bannt er darin lese für u. für, und den Abschnitt, der vom Königthum handelt, sich einpräge לכלתי ״ ,רום לבבוdaß sich nicht üeerhebe fein Her über seine Brüder." Nun, Könige haben wir heute nicht mehr in Israel, — obgleich Mancher, der an der Spitze steht einer Gemeinde oder einer ähnlichen Institution, sich herrischer gebehrdet, als ein Fürst — indeß haben unsere alten Lehrer Israel insgesammt als בני מלכים bezeichnet,