Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 7-8 (4.1875)
- Date
- 1875-04-01
- Page
- Seite 194 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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194 zur Aue, die Steppe zürn Fruchtgarten wandelt, den Cedern ihre Stärke gibt, den Palmen ihren schlanken Wuchs, der durch aller Wesen Inneres fließt, er strömt den Menschen nur in breiteren Ufern und in tieferem Bette. Wohl dem, der die Felder seines Geistes, die Fluren seines Herzens von ihm durchdringen läßt, denn Deine Weisheit, o Herr, ist siebenfach geläutert, sie ist lückenlos und vollkommen. O, laß auch uns Theil haben an Deiner Weisheit, aus daß wir die Worte Deiner Lehre klarer und tiefer verstehen, aus daß wir mit den! Auge Deiner Thora ans dem Wege dieses Lebens in der Zukunft dunkle Ferne schauen können! Auren. M. A. Das heutige Fest führt den Namen זמן מתן תורתנו♦ Mit Stolz blicken wir auf^jene Zeit, in welcher das steinerne Buch mit seiner Gottesinschrist von dem größten Lehrer Israels seinem bebenden Volke herniedergebracht wurde. Diese zehn Flammen-Worte sind zum Pharos nicht nur für Israel, sondern auch für Millionen anderer Menschen geworden, wie ein rother Faden durchziehen sie urehr oder weniger klar alle neueren Gesetzgebungen. Und dennoch sind sie so einfach und schlicht, leicht und schnell verständlich; aber ebenso tief und unerschöpflich ist ihr Inhalt, und die aufmerksame Betrachtung entdeckt und enthüllt manches in ihnen Verborgene, das sich dann in vollendeter Schönheit entfaltet. Laßt uns heute, m. A., die '10 Worte genauer betrachten, sehen wir aus das erste und zehnte, sehen wir dann auf das erste und letzte der 1. Tafel und endlich ans das erste und letzte der 2. Tafel; laßt uns so Anfang und Ende, Mitte und Verbindung der Zehn Worte erforschen. I. Das erste Wort lautet: ״ אנכי ה' אלדדך ומיIch bin der Ewige, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe, aus dem Lande Egypten, aus den: Sclavenhause." Dieses Wort ist kein Gebot und fein Verbot, sondern ein Urtheil) ein Lehrsatz. Ein Urtheil ist aber die Frucht vom Baume der . Erkenntniß, der Erfahrung, der Geschichte, der Wissenschaft. Sein Boden ist der Geist, seine Nahrung die Welt mit und in uns, sein Licht das Dertken, seine Luft oie befomteue Prüfung. Das erste Wort zeigt uns das Werk des Geistes. Das letzte Wort lautet: ״ לא תחמד וכיDu sollst nicht gelüsten." Dies Wort ist ein Verbot. Aber was verbietet es? Ge-