Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 7-8 (4.1875)
- Date
- 1875-04-01
- Page
- Seite 192 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616701-9619452-9619636--0221-9619672- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
192 Hand geschmückt und unser Blut mit Frühlingskraft erfrischt. Doch das ist unsere höchste Freude heute nicht. Emst schwang der Weizenschnitter seine Sense, und der beglückte Landmann band die Garben zu dieses Festes Zeit. Höheres ist's, was uns heute stolz erhebet und froh bewegt, ein anderer Frühling, der, uns einmal ausgegangen, uns jährlich sich erneut, ein Baum des Lebens mit den schönsten blättern und der süßesten Frucht, ein Weizen, der aus Gottes Geistesselbe reiste, ein Stininlensang, der nie vergessen wird, sie sind heute unsere Freude. Die Thora ist es, die wir heut empfingen, die Thora, die der Väter treue Wacht bis heute uns ׳gehütet hat; wie flammte einst der Sinai, wie bebte da das Volk, als Du in Donnerstimmen des Himmels Braut herniederführtest, als Moses, Dein treuer Diener, die Wege wies, die Israel von Neuem sollte wandern. Und diese Thora, wie hat man sie verkannt, verfolgt, doch nicht Gluthen uub Flnthen nicht, nicht Stahl nicht Stein, nicht List nicht Trug vermochten sie uns zu rauben. O Dank Dir, tausend Dank. Wir wollen diese Thora treu bewahren, wir wollen mit unseres Herzens ganzer Kraft sie lieben, sie führe uns, lvo wir wandeln, wenn wir uns niederlegen, soll sie uns schützen, so mir erwachen, sie unsere Rede sein, ihr widmen Tag und Nacht. Q, laß uns in ihr weise werdet!, und keins ihrer Zeichen vergessen, mach' unsre Jüttglinge reich an ihrem Wissen, und laß mtfre Jungfrauen für sie erglühen, laß sie beit Greisen Frische, der Jugend Würde bringen, laß durch sie uns besser werden! Amen. II. Mit dankerfüllten! Herzen steht in der Dämmerung heiligem Schatten Deine begeisterte Gemeinde und preist mit neuem Jubel der Vorzeit göttliches Werk. Ihr Geist schaut nach der Wüste bescheidenem Berge, wo des Dornbusches nie ersterbende Flamme mit ihren! wunderbaren Feuer und ihrer beglückenden Verheißung zu einer Weltenflamme ist gewordetl, die der gottvertrauenden Väter geläuterte Söhne in ihren Tiefen erfaßt und die Nacht der entfremdeten Menschheit erhellte. Dein Ruf tönte in zehn gewichtigen Worten und Dir gelobten sich der Treuen bebende Schaaren. Von Egyptens Fesseln befreit war Dein Volk Dir nachgeeilt und nahm aus Deinen Höhen ein unsterbliches Geschenk zum Angebinde. Der Weisheit unvergängliche Lehren, der Wahrheit beglückende Macht, des edelsten Strebens unverrückbare Gesetze gabst Du als Sinai's Schmuck, um ihn der strebenden Menschheit zu bewahren. Erkennt-