Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 7-8 (4.1875)
- Date
- 1875-04-01
- Page
- Seite 160 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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160 ״ מי האמין לשמועתנו וזרוע ה' על מ־ נגלתהWer glaubet wohl der Kunde, die wir zu verkünden haben, imb der Arm des Herrn — über wem ist er so offenbar worden?"^ — Schlaget auf all' die Bücher, darin die Geschichten der Völker verzeichnet sind, rufet herbei eure Söhne und Töchter, die den Begebenheiten des Tages mit gespannter Aufmerksamkeit zu folgen angeleitet werden, deren Gedächtniß mit Namen und Zahlen aus vergangenen Zeiten angefüllt ist, die Alles lernen. Alles verstehen sollen, nur nicht die Geschickte unserer Vater, nur nicht unsere Geschichte, nur nicht die Begebenheiten ihrer Vergangenheit, — ob sie euch zu erzählen wissen, was jener großen, folgenreichen, ewigen That gleicht, die unser Fest verewigt? ׳ Und nicht umsonst schärst die heilige Schrift das Gedächtniß jenes wunderbaren Auszuges aus Mizrajim so oft, so dringend, so bedeutsam mahneud uns ein; denn der ganze Bau unserer Religion ruhet auf diesem Grundstein, Nicht umsonst ist das bedeutfame Erinnerungsmahl an jene wunderbare Nacht der Bewahrung, die bewahret werden soll für den Herrn, die geschützt war von dem Herrn, die in feinem ewigen Rathschluß ausgezeichnet hatte der Herr, jenes Mahl, dabei ein Jeder in Jisrael sich fühlet als einen Freien, dazu ein jeder Hungrige geladen ist, daß er esse, ein jeder Dürftige, daß er das Peßach mitgenieße; denn die Erinnerung an die Wohlthat des Herrn, wie Er Allen gleichmäßig das höchste Gut zugetheilt, öffnete die Herzen, und Alle fühlten sich als ׳Brüder, als gleicher Gnade Gewürdigte, als von Gott dem Herrn Erlöste! Aber seitdem man aufgehört hat, den Lehren der Schrift zu horchen, seitdem ein Jeder Gesetzgeber und Selbstherrscher geworden, seitdem Bequemlichkeit und Gewohnheit unfähig machten, den Vorschriften, die jene unterbrächet:, diese störten, ein Opfer zu bringen, sind die Feste des Herrn bedeutungslos geworden, und kein Zeichen, keine Erinnerung, kein Andenken. daran, daß wir noch außer den Forderungen der Selbstsucht anderen Ansprüchen zu genügen haben, ist geblieben. Und wenn Ihr Euch erinnert, wie anders es vor Zeiten gewesen, wie die Festesfreude und Festesweihe sich in allen Zügen abspiegelte, wie das frohe Antlitz den Ausdruck innerer Befriedigung trug, wie sie sich Alle freueten, daß der Herr wieder seine geheiligten Tage in Frieden hatte eingehen lassen, wie ihnen das Leben ein neues Himmelsgefchenk dünkte, so oft ihnen ein solcher Abschnitt und Ruhepunkt in ihrem mühe- und arbeitvollen Leben ל Jes- 53, 1.