Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 6 (3.1975)
- Date
- 1975-03-01
- Page
- Seite 142 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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142 in demüthigem Stolze vor seinem Gott es aus — es ist Israel geblieben zu allen Zeiten, in allen Verhältnissen. ״Es hat gekämpfet mit geistigen und irdischen Wesen und Mächten und ist Sieger geblieben!" In dem Hochgefühle, den Kampf gegen irdischen Trieb und irdische Lust, den Kamps gegen geistigen Hochmuth und geistige Verdumpfung siegreich durchgeführt zu haben, sowie in dem Vorsatze, solchem Ringen treu zu bleiben, spricht sich in voller Wahrheit aus, daß unsere Ahnen, daß wir ״I sr ael" geblieben sind, daß wir werth uns gezeigt des Namens Israel. Deshalb, meine Andächtigen, erheben wir auch den ersten Becher mit dem Dankesspruche אשר.בחר ״ בנו מכל העמיםgegen den, der uns erwählt vor allen Völkern." Wir lobsingen dem Herrn, der uns die Aufgabe zuertheilet, zu wahren den Namen Israel, uns als seine Kämpfer zu erweisen, wie in den Zeiten der Finsterniß, so auch jetzt unter den milden Strahlen geistigen Lichtes — fest zu stehen auf oemselben Boden, wie in den Tagen natürlicher Einfachheit, so׳ auch, da verfeinerte Sinneslust veredelt und verdirbt Trieb und Neigungen. Wir danken ihm solch' hohe Aufgabe und geloben bei des Bechers Erheben ובשם ה׳ אקרא, daß wir würdig bleiben wollen, den göttlichen Namen anzurufen, indem wir alle Zeit bleiben Israel, die Wahrer der Sitte, Tugend und Gotteserkenntniß! II. Als zweite Ursache der Befreiung, meine Andächtigen, wird das fernere Verdienst Israels angegeben: שלא שנו את לשונם ״daß sie ihre Sprache nicht gewandelt haben." Sollte Israel wirklich Hunderte von Jahren in Egypten gelebet haben, ohne des Landes Sprache zu erlernen und zu sprechen? und sollte in Wahrheit darin ein religiöses Verdienst liegen? Wohl, meine Themen, war und bleibt es Israels Pflicht, die Kenntniß der heiligen Sprache in seiner Mitte zu erhalten und zu erweitern, aber nicht als Sprache des Lebens und des Umganges, sondern des Gebetes und um der Ahnen Lehren zu verstehen"und zu erforschen. Allein damit ist die ganze Bedeutung des ״sie haben ihre Sprache nicht gewandelt" nicht erschöpft. Diese geht uns erst auf durch den Sinnspruch, den unsere Weisen dem zweiten Becher weihen: (Psalm 23, 5) השנת ״ בשמן ראשי כוסי רויר,Du salbtest mit Oel mein Haupt und schenktest mir vollen Becher ein!" Es fluchet empor und strömet einher des Oeles himmlische Labung, so wahr wir erheben den Becher des Heils, so ernst wir gedenken und treulich nachstreben der Weise der Ahnen. Oel ist des Friedens Bild. Es ist des Priesters weihende Salbung, die allen Menschen ertheilt wird, die Allen zuruft: