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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-01-01 · 4-5 (1.1875) Januar-Februar · p. Seite 110

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
4-5 (1.1875) Januar-Februar
Date
1875-01-01
Page
Seite 110 (sequence 24)
Language
German
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110 Gemeingute in Israel machen; lasset uns aber die Segnungen der religiösen Bildung im Lichte des Glaubens in der Jetztzeit auch dem nur allzulange aus diesem Gebiete zu wenig bedachten weiblichen Geschlechts zuwenden, laßt uns religiös gebildete jüdische Mütter erziehen, sie, ja sie sind zunächst die Trägerinnen des jüdischen Geistes im Hause, sie sollen und müssen mit der unendlichen Zaubermacht des Frauenherzens und des Mutterwortes den religiösen Glauben in der Jetztzeit fördern, wie nach dem Midrasch die fromme, engelmilde Gattin und Mutter Rachel es war, die den Geist wahrer Frömmigkeit als himmlisches Saamenkorn in das Herz ihres Kindes senkte, den Geist, in welchem sie wohlthuend und segensreich im Hause waltete — (Jalkut Tehillim 98) זכר הפרו ואמונתו לבית ישראל, מי הוד. ביתו של יעקב לא רחל - Ja! der Glaube und ihre reiche Segnungen, sie haben ihren Quell zunächst im Herzen der jüdischen Hausfrau, darum rufen wir immer und immer wieder auch unsere Töchter an den Quell, der aus dem Gotteshause fließt, darum halten wir es für unsere Pflicht, unfern Gottesdienst, unsere Stunden der Andacht, unfern Thoraborn auch ihnen zugänglich zu machen, weil wir uns in denkenden, von religiösem Wissen erleuchteten, von in der Geschichte unseres Volkes heimischen Frauen heilige Priesterinnen des Glaubens unsrer Zeit erziehen zu können glauben. Nur so aber kann und wird der Glaube Israels in der Gegenwart, von dem wir mit innerster Ueberzeugung hoffen, daß er alle Zeiten überdauern wird, ״ein Hort des Heiles" für Alle, ein Quell des ״Wissens und der Erkenntniß" sein ׳ואפילו הבי יראת ה׳ היא אוצרו und dennoch — so sagen wir mit den Worten des Midrasch — ja eben darum, weil unser Glaube auf Kenntniß und Wissenschaft fußt, ist wahre Gottesfurcht unser Schatz, denn wo Wissen ist, da schwinden die Nebel des Aberglaubens; wo aber diese Nebel schwinden, da tritt die Sonne der Religion in ihrem reinen, Hellen Glanze hervor, beglückend und segenbringend, beseligend und herzerhebend für alle Zeiten — ״blühend wie die Rose, Wurzeln schlagend wie die Ceder auf dem Libanon"! Amen.

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