Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 3 (12.1874)
- Date
- 1874-12-01
- Page
- Seite 67 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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67 und weiter bis zum gänzlichen Versinken in Lasterhaftigkeit, bis die Menschheit reif geworden zur Vernichtung. Ist diese Geschichte der ersteil Menschen nicht die Geschichte aller ihrer Nachkommen, die ihre Reinheit immer wieder verlieren und gleich Adam uub Eva verführt werden und verführen, gleich ihren Nachkommen der Sünde, dem Laster anheimfallen? Da nutzte es denn wohl heißen ויהי ״ בקר ויהי ערבes war Licht und es ward Dämmerung, Dunkel, Nacht!" Doch nein! Da haben wir das andere Wort am Schluffe der Schöpfungsgeschichte: ״Gott sah an das Ganze, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut," ׳והנה טוב באור das Ganze in seiner Zusammenfassung mtb Gesammtwirkung ist gilt, dient deil Zwecken, die Gott gesetzt; so leitet Gott die Mellfchheit auch durch Nacht zum Lichte, dein Ziele zu, bem Ziele der Vollendüng. An ilnsernl Theile laßt uns llach iimucr höherer Vollkommenheit streben; wie an den verwichenell Feiertagell von Fest zu Fest, so immer weiter schreiten מחיל אל היל zu höherer sittlicher Kraft und Tugend. So wird es auch in uns imb mit uns sich erfüllen: ׳ויהי ערב ויהי בקר das Dunkel wird sich wandeln in Licht, zu Heil und Segen! 2. ,נר '121 ״ עוד בל ימי הארץ זרע וקצירFortan alle Tage der Erde sollen Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter und Tag und Nacht!licht aufhören," so lautet die Verheißung, die Gott dem Noah im heutigen Wochenabschnitt gibt, nachdein die Fluth vorübergegangen war. Und so gehorcht Alles ant Himmel imb auf Erden den ewigen, unabänderlichen Gesetzen, keine Störung derselben ist möglich, die ganze Natur folgt ihnen — weil sie muß, weil sie nicht anders kann, nach Zwang und Nothwendigkeit. Und wenn Saat und Ernte nicht immer gleich ausfallen, Frost und Hitze, Sommer und Winter verschieden auftreten und sich gestalten, so ist doch da nicht Willkür, Wille, Freiheit und Wahl. Aber der Mensch soll den Gesetzen Gottes gehorchen nach eigener Wahl, ihm ist die Freiheit gegeben, er kann auch folgen seinen sinnlichen Trieben, dem Dichten seines Herzens, welches böse ist von Jugend an יצר לב האדם רע מנעוריו• Darum hat Gott ihm Gesetze gegeben, damit er seinen Trieben eine Schranke setze und freiwillig sich unterwerfe und diene feinem himmlischen Vater. Und sowie Moses, nachdem die Israeliten ein goldenes Kalb gemacht, nicht etwa andere, leichtere, bequemere Gesetze brachte, sondern dieselben Worte, die da gestanden hatten auf den ersten, zerbrochenen Tafeln — so sagt auch Gott nicht dem Noah und seinem