Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 1 (1874-1875)
- Issue
- 2 (11.1874)
- Date
- 1874-11-01
- Page
- Seite 58 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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V. Rede, gehalten Sei der Hinweihung der neuen israelitischen Klementarschuke in Köln, den 12. Hctoöer 1874, von Dr. I. Schwär z. Rabbiner. Im Namen des allgütigen und allmächtigen Weltbaumeisters, der als erstes Schöpfungswort sprach: es werde Licht, weihen wir dieses Haus, das dem Lichte der Erkenntniß gewidmet ist, und in welchem das vorzüglichste Wesen der Schöpfung aus dem Schlummer der geistigen Unempfindsamkeit geweckt, zum Schöpfer hingeführt und für tugendhaftes, sittliches Leben gerüstet werden soll, für seine Bestimmung, zu einem Schul Hause, und erflehen des Ewigen Segen auf seine Gründer und Erbauer, auf seine jetzigen und kommenden Insassen, auf Alle, die hier versammelt sind, aus Alle die hier lehren und lernen. Amen. Hochverehrte Anwesende! Es ist eine schöne, menschenwürdige Sitte, nach der Vollendung von Bauten, welche zur Förderung unseres leiblichen Wohles errichtet werden, ehe wir dauernd Besitz davon nehmen, bei unserem Einzuge schon, den Schutz Gottes anzurufen, um des königlichen Sängers Spruch (Ps.) eingedenk zu bleiben: Wenn nicht der Herr erbaut das Haus, So ist umsonst die Müh' des Bau's; Hält nicht der Herr die Stadt in Acht, So ist umsonst des Wächters Wacht. Sollte man aber nicht glauben, es wäre unnöthig, den Moment religiös zu beleuchten, der an und für sich ein religiös-sittlicher ist? Wozu sollen auch Gotteshäuser und Lehranstalten, oder auch andere gemeinnützige und humanitäre Institute, eine cultuelle Weihe erhalten, die gerade Frucht und Blüthe der ethischen Gesinnung sind? Doch