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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-10-01 · 1 (10.1874) · p. Seite 16

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
1 (10.1874)
Date
1874-10-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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16 schauen auf das Jahr, das iu Nebel gehüllt jetzt hinter uns liegt, oder auch nur auf die Ereignisse der letzten Wochen, wenn wir gedenken der gewaltige» Erschütterungen und Umwälzungen, die sie in großen und kleinen Kreisen hervorgebracht, uns erinnern, wie wir gezagt und gezittert, gebangt unb gefürchtet, wie der Wohlstand und Bestand eines Jeden gefährdet schien, und wir gewahren nun beini Jahresschluß, wie Du, Allgütiger, in allen diesen Gefahren uns so wunderbar hast beschirmt und beschützt, das Unheil von unseren Häuptern Haft gewendet, und unser Vaterland vor Verheerung, Plünderung, Hungersnoth und Seuche, diesem schlimmen Heeresgefolge eines blutigen Krieges, hast bewahrt, wenn wir uns gegenwärtig halten die Stunden, da die Furcht allmälig sich in Freude löste, und aufjauchzender Siegesjubel in's Herz uns einzog, wenn wir deß heut gedenken, dann stimmt ein Jeder von uns in die eben vernommenen Gebetworte der frommen Hanna mit ein: ״Es frohlockt mein Herz durch Dich, Ewiger, hocherhoben ist mein Glücks- Horn durch Dich, o Gott, weit geöffnet ist mein Mund über meine Feinde, denn ich bin erfreut durch Deine Hülfe!" Ja, dieses Lied, unser Vater und König, lebt heute in unseren Herzen, aus unseren Lippen — es ist unser Dankes- und Huldigungslied, es preist Dich als Erretter und Helfer, als Richter und Vergelter. O nimm sie wohlgefällig auf, diese Spende unseres Herzens, das Sinnen unseres Geistes, Du unser Hort und ewiger Erlöser! Amen. Andächtig vor Gott versammelte Gemeinde! Welch' ein Neujahrsfest begehen wir diesmal? Mitten unter blutigen Krieges- und Siegesnachrichten, mährend des rasenden Donners der Schlachten, trifft uns diesmal der Tag, der stets so heilige Ruhe ausgießt über uns, der stets so wirksam in die rastlos hastige Werkthätigkeit einschneidet und das stürmische Drängen und Treiben des Alltagslebens unterbricht, der uns auffordert, innezuhalten in unserem Trachten und Jagen nach irdischem Gewinn, zu lauschen auf die eindringlichen Lehren, die die Religion durch die Schofarstimme uns zuruft, uns auf uns selbst zu besinnen, unb auf unsere höhere Menschenaufgabe, sowie auf unsere Stellung im Gottesreiche. Meine Andächtigen! Bedarf es diesmal dieser Mahnung, dieses äußern Impulses, der aufrüttelnden Schofarstimme? Wir haben eine Schofarstimme gehört, die uns gar gewaltig erschüttert, gar mächtig aufgerüttelt hat: ,קול שופר שמעת רפשי ״ תרועת מלחמהeine Schofarstimme haben wir vernommen,— die Kriegsposaun e." Sie hallte schrecklich wieder an der

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