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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-10-01 · 1 (10.1874) · p. Seite 14

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
1 (10.1874)
Date
1874-10-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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14 feit dahin wandelt, der Sünde anheimfällt (Spr. 28, 14) — und daß es nur eine Festigung gibt im Guten und einen Schild gegen alle Sünden-Verlockung, und einen Trutz gegen jegliche Versuchung: so der Mensch ״den Ewigen stets vor Augen hat und zu seiner Rechten, daß er nicht wanke" (Psalm 16, 8), — wenn Liebe zu Gott und Furcht vor ihm die Schritte leitet. Dann ״wird Dein Frieden gleich dem Strome sein" nach dem Worte des Textes;—das aber ist, wie Moses in seiner letzten Mahnung ausrust, ״die Wurzel, welche Gift imd Wermuth bringt, wenn der Mensch spricht: Frieden werde ich haben, wenn ich in der Willkühr meines Herzens wandle." (5. M. 29, 12.) Ja, die Ersahrung lehrt uns von Jahr zu Jahr, daß nicht fromm, nicht gottessürchtig, nicht rechtschaffen, nicht liebevoll und barmherzig sein, wenigstens nicht glücklicher macht, daß aber die Beobachtung göttlicher Gebote noch ׳Riemanden Schaden und Schimpf gebracht hat. Und so sehen wir und werden zum Frommen belehrt, wie in der Völkerwelt Gottes Vorsehung waltet, ״daß er die Erde richtet in Gerechtigkeit und Nationen ttach dem Recht." (Ps. 98, 9.) Israel aber in der Völker Mitte hat sein Hort und Erlöser wieder ein Jahr hindurch geführt und erhalten, und weiter bestätigt das Wort, das er gegeben für tausende von Geschlechtern: Er werde nicht 'aufgeden sein Volk, nicht verlassen sein Erbtheil" (Ps. 94, 14.). ״Ich, der Herr, ändere mich nicht, und ihr, Kinder Israels, hört nicht auf!" (Mal. 3, 6.) Sei uns zunt Frieden willkommen, beginnendes Jahr! Bringe uns Kraft zu unserer Bevollkommnung, Vertrauen auf unfern himmlischen Vater, Vertrauen auf die eigene sittliche Kraft. ״Denn die auf Gott Vertrauenden haben imnter frische Kraft, heben die Schwingen wie Adler, eilen und eruü'lden nicht, wandeln, streben vorwärts und ermatten nicht." (Jes. 40, 31.) Mögen wir hören auf Gottes Gebote, daß unser Frieden groß sei, wie des Meeres Wellen. Heil uns, wenn wir so den Weckruf verstehen an des Jahres Wende; im Lichte Deines Angesichtes, Herr, laß uns wandelnj! Amen.

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