Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 152)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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146 dieser treuen Freunde mich übermanneu wollte — bann wogt es und stürmt es in meiner Brust und ich erkenne die Unzulänglichkeit der menschlichen Sprache, die zu arm und zu schwach ist, um diesen wogenden Empfindungen, um diesen stürmischen Gefühlen Worte zu leihen. — Doch Eines, meine ich, muß sich uns, so wir diese 25 Jahre überschauen, vor allem Andern mit der Macht der Ueberzeugung aufdrängen, daß uns in denselben ein treuer, ein aus den inneren, unsichtbaren Fäden gegenseitiger Zuneigung gewobener Bund verknüpft hat, daß wir in denselben niemals kalt und gleichgültig nebeneinander, sondern allezeit uns gegenseitig ergänzend mit einander gegangen sind, daß ihm darum das Wort des Propheten gilt, welches wir fast Tag für Tag im Munde führen: '121 ״ וארשתיך ליIch habe mich Dir verbunden für das, was das Ewige ist, ich habe mich Dir verbunden mit Recht und Gerechtigkeit, mit Liebe und Nachsicht, ich habe mich Dir verbunden mit Vertrauen, auf daß Du den Ewigen erkennst". Und diese Worte, sie leihen mir wenigstens einen Anhaltspunkt, an den ich anlehnen kann, was in dieser kurzen Stunde in Worte zu kleiden das Herz mich drängt. Diese Worte des Propheten bilden den Gegenstand unserer Betrachtung in dieser heiligen Stunde. Möge uns Gott zu derselben verleihen das Licht des Geistes, die Kraft der Rede und die Wärme der Ueberzeugung. Amen! I. Der Inhalt des Bundes, den der geistliche Führer mir seiner Gemeinde schließt, ist unsichtbarer, geistiger Natur: das Ziel desselben sind die Güter der Seele, die Güter, welche für die Ewigkeit erworben sind. Es gilt von diesem Bunde das Wort unserer alten Weisen: אין הברכה וכר הסמוי מן העין ״Der größere Teil des Segens, den der Rabbiner schafft, liegt in dem, was dem Menschenauge verborgen und verholen ist"; der größere Teil dessen, was er in freudiger Begeisterung für sein Amt leistet, liegt in dem, was sich dem