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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 137

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 137 (sequence 143)
Language
German
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137 Verunglimpfung, sie hat so manchen aufgeweckt aus dem lhörichten Wahn, man gewönne die Gegenwart, indem man die Vergangenheit preisgiebt, einen Wahn, den nur diejenigen hegen können, die sich keine Zukunft zutrauen. Sie hat uns wieder zur Besinnung gebracht und manchen m seines Vaters Haus zurückgeführt, daß er sah, daß die Fremde so kalt und herzlos sei, und da er wieder in's Vaterhaus eintritt, sieht er sich um und muß gestehen: es mag draußen glänzender sein, reicher das Leben und toller die Freude, lauter der Markt und verführerischer die Lust, aber erwärmen kann er nur im Elternhause mit seinem stillen Frieden, mit seiner innigen Feier, mit den Freuden einer Seele, die sich durch die Segnungen der Vorfahren beglückt weiß, mit den Seligkeiten eines in Gott ruhenden und gefestigten Herzens. Es geht uns mit dem gemeinsamen Druck, wie dem Einzelnen mit einem Unglück oder in Not. Erst läßt's ihn untröstlich und allmählich erkennen wir, wie es uns der himmlische Arzt als eine Arzenei gesandt gegen die Krankheit nnserer Seele, eine bittere zwar, denn es zeigt uns jetzt erst, daß wir krank waren, aber auch eine heilsame, denn es läutert und prüft uns und wir gesunden von uns selbst. Was kommen wird, ob die kleinen Feinde nur Vorläufer eines andern Antiochus sind? Wer kann cs wissen? Uns aber erinnert dieses Fest mit seiner Lehre an zweierlei. Es ruft uns zum Danke auf gegen unfern Helfer und Retter, der bis heute seine schirmende Hand über uns gehalten und wir hoffen und beten, daß er sie fernerhin über uns halte. Zum zweiten aber mahnt es uns an die Aufgabe, die uns gestellt ist, die beiden Ströme zusammenzufassen und durch uns hindurchzuleiten, geistig frei zu werden, und im Herzen edel und fromm zu bleiben, zu der Treue zu gesellen die Freiheit, zu dem Guten das Wahre, zur Religion die Bildung; dazu sporne uns immer von neuem die glorreiche Erinnerung an dieses Fest, an die Thaten und die Leiden besserer Väter. Amen!

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