Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 135)
- Language
- German
- Belongs to
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129 XIX. Israel rirrd das Hellenenthum. Eine Charnrka-Pre-igt. Purim und Chanuka sind zwei zu den biblischen Festen hinzugekommene, die uns aufgedrungen wurden von unfern ältesten Feinden, von Haman und Antiochus Epiphanes. Vielleicht wären diese Feste auch wieder verschollen, wenn nicht diese beiden Stammväter des Judenhasses durch eine Art von Seelenwanderung immer von neuem erständen und dafür sorgten, daß wir immer wieder Chanuka und Purim feiern dürfen. In der Feier des heutigen Festes, das wir durch Lichterglanz begehen, sprechen wir vor allem die frohe Ueberzeugung von dem gerechten Walten des Weltenrichters aus, der das Trachten unserer Feinde also zu lenken weiß, daß wir ihnen Freudenfeste verdanken. So sind es denn — dies ist eine der Lehren dieses Festes — unsere Feinde, die das meiste zu unserm Heil thun: ״Ihr gedachtet es böse mit mir zu halten, aber Gott hat es zum Guten gewendet". Niemals hat in der That ein Feind mehr für Israel gethan als eben jener sein grimmigster Feind, Antiochus Epiphanes. Um das zu verstehen, müssen wir versuchen, uns von der damaligen Lage Israels ein genaues Bild zu verschaffen. I. Als das Volk Israel etwa 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung aus der Verbannung nach Babylonien zurückgekehrt war, da hatte der Schmerz des Heimwehs, die sühnende Trauer um die zerstörten Heiligthümer so gründlich jede Neigung zu dem früheren Grundlaster Israels, dem Götzendienst, vernichtet, daß die Propheten vom Schauplatz abtreten konnten. Ihre Hauptaufgabe, eben jene Neigung zu bekämpfen, war erfüllt. Jetzt galt es in der neu gewonnenen Heimat mit dem neuerbauten Tempel die Forderungen der Propheten ins Jahrgang 1894. Festpredig len. 9