Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
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127 züchtiglich waltenden Hauspriesterin umgebenden Kinder, harren mit gespannter Sehnsucht des Ankömmlings. Nun legt der Vater segnend seine Hand auf die Häupter seiner Geliebten. Wir sehen nur in dunklen Umrissen bei dem Flackern der siebenarmigen Sabbathlampe die wonneverklärten Züge der glücklichen, weil religiösinnigen Familie. Nun erschallt aus sorgenfreier, erweiterter Brust die Sphärenmusik der singenden Schaar: ״Willkommen Ihr Friedensengel, willkommen Ihr Sabbathbotcn!" Diese Scelcnstimmung läßt uns ahnen was die בשמה יתרה der Alten bedeuten mag; diese Seelenerweiterung besteht in jenem wonnetrunkenen Gemüthszustande, der in der That ״der Paradiesesfrcuden sechzigsten Theil" enthalten müsse! Recht poetisch! —sagen Manche unter Euch — paßt aber nicht in die nüchterne Gegenwart unserer realen Welt. Die Sabaathbraut ist eine Himmelstochter, die aber nicht auf diesem schwarzen Stern unserer Erde weilen kann. Und warum? Weil das erwerbgierige weite Auge sich nicht sättigen will an den Segnungen der sechs Wochentage! Seit wann ist denn aber ״Gottes Hand zu kurz"? Fehlt es denn an Sabbathmanna Demjenigen, der sechs Tage hindurch emsig gesammelt? Nein, an den Gottes fegen fehlt es^ nicht, wohl aber fehlt uns der Glaube, das Gottvertrauen! Der siebenarmigeLeuchter, von dem in unserem Abschnitt die Rede ist, war so eonstruirt, daß von dem mittleren Stock je drei Arme oder Röhre zur rechten und linken Seite ausliefen, so daß die sechs Lampenarme von dem siebenten, dem Mittelstock, aus genährt wurden. Neben dem heiligen Leuchter stand der heilige Tisch mit den Schaubroden. Diese waren das Sinnbild der unmittelbaren göttlichen Vorsehung, so wie der Leuchter das Sinnbild der Erkenntniß gewesen. Sollten wir wirklich so baar jeder poetischen Anlage sein, um nicht den Zusammenhang zwischen ״Leuchter" und ״Tisch" zu begreistn! Wenn auch bei uns der sechstägige Erwerb zurückleitet zum Sabbath