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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 122

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 122 (sequence 128)
Language
German
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122 einher — und von dem augenblicklich tödtenden Gifte des Neides würden sie auch hinweggerafft werden — wenn nicht des Glaubens heilende Stärke sie schnell aus der Gefahr zöge; wenn nicht des Glaubens Macht sie beruhigte und hinauflenkte zum Allvater, mit dem Zurufe: ״Was vermag der Mensch, der bald zur Erde zurückkehren muß!" Und so schauen sie, freier athmcnd, die Unendlichkeit des Schöpfers und die Nichtigkeit des Sterblichen; denn der Glaube hat sie beruhigt. — Hat die Allmacht einem Irdischen die Möglichkeit versagt, die zur körperlichen Erhaltung und geistigen Fortschreitung nothwendigen Mittel sich zu verschaffen; und er kann manche vortheilbringende Stufe nicht erlangen, weil durch Mangel jeder Zugang ihm verschlossen ist; er kann sich nicht vieler Freunde rühmen, weil kein Nutzen vorhanden ist, der gewöhnlich die in ihrem Innern ganz falsch gesinnten Menschen bewegt, einen äußeren Schein der Freundschaft anzunehmen; er kann nicht aus dem Himmelreiche der Wissenschaft eine Klarheit seinem Geiste angedeihen lassen, weil man sich größtentheils nur durch die Hülfsquellen des vergänglichen Gutes das Ewige erwirbt: und er ist verzagt — verzagter aber besonders, weil er die in seiner Seele unentwickelt und verborgen liegende. Fähigkeit nicht in die Wirklichkeit übergehen lassen kann — und er ist seiner Lebensfreuden beraubt — abgestorben ist für ihn die erquickende Natur; er wünscht sich nichts — nichts, als das kühle Grab! — Aber des Glaubens göttliche Stimme ruft ihn zurück vom Rande des Verderbens: ״Mensch! erkühnst ״du dich, in die Geheimnisse der Gottheit zu schauen, und ״zu bestimmen, was besser sei! Kennst du des Schöpfers ״Beweggründe; und weißt du, wie und wann er ändern ״wird?" — Und der Mensch aufgemuntert durch diesen Gedanken, faltet seine Hände, betet zu Gott, der Alles, selbst das liebe(, zum Guten lenkt; denn der Glaube hat auch ihn beruhigt. — Erkrankt dir ein Geliebter, der Binder

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