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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 120 (sequence 126)
Language
German
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120 Borne der Wissmschaft und der Kunst, und ergötzen uns an dem Wohlthätigkeitssinne Anderer; durch diesen Glauben wird das Haupt des Traurenden durch ein tröstendes Wort wieder aufgerichtet; das Edelste durch Zusammenwirkung errungen; das Größte durch Gehorsam und Ergebenheit erreicht: und so bewirkt auch dieser Theil des Glaubens jene wahre Freude des Menschen: ״Ich darf des Herrn mich freuen, ich jauchze dem ״Gotte meines Heils." Und ihr, meine Lieben! die ihr heute aus dem stillen Leben des elterlichen Hauses heraustretet, wo ihr keine Sorge kanntet, weil die Eltern euch alles reichten, was ihr bedurftet; wo keine Noth euch drückte, weil die Eltern durch Mühe und Anstrengung das zum Leben Unentbehrliche erwarben: und ihr geht jetzt den Tagen entgegen, in welchen so manche Sorge euer Haupt umschweben, in welchem so manches Bedürfniß euch selbst zur Arbeit und Geschäftigkeit anregen wird; in welchen ihr euch daher nur durch der Gesellschaft Freuden und Ergötzungen werdet aufheitern können: sind euchdieFeucrsäulen bekannt, die vor euch herziehen müssen, den Weg zu bahnen, die Abgründe, Schlünde und Tiefen zu beseitigen,in welche ihrhülflos sinken könntet? Ist es euch bewußt, daß man für das Majestätische der Schöpfung erst dann empfänglich wird und den Werth des Lebens erst dann erfaßt, wenn Herz und Verstand durch eine Veredlung sich geheiligt, wenn das erstere nur für das Wohl des Nächsten schlägt, und letzterer durch einen guten Rath den gebeugten Bruder unterstützt und emporhcbt? Habt ihr den Glauben auch von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, und seid ihr eingedrungen in die verschiedensten Verzweigungen der Selbstbildung, in das weite, aber herrliche Gebiet der Nächstenachtung? So löset mir die Frage: ״Woraus erkennen wir, daß der Mensch Pflichten gegen sich selbst hat?" (Hier folgten die Fragen, in Beziehung der Selbstveredlung und Nächstenliebe.) Wohl habt ihr verstanden, meine Lieden! die leuchtenden

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