Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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92 's XIV. Thun und verstehen; Predigt am ersten Tage -es Wochensestes. Von Nabbiner Dr. Zuck er tu an bei. Die höchste und erhabenste Erinnerung feiern wir am heutigen Tage, die Erinnerung an die Gesetzgebung am Sinai, da Gott unseren Vorfahren sich offenbarte, da er mit unseren Vätern für ewige Zeiten einen Bund schloß. Es gilt sich zu vergegenwärtigen dieses einzige unvergleichliche Wunder, sich zu versenken in die Tiefe der Bedeutung desselben; es gilt sich vor die Seele zu führen die heilige Stimmung, die unseren Eltern durchbebte, als sie die Gottesnähe empfanden; es gilt den Ernst und die Weih.׳ im Innern zu erzeugen, die im gottbegeisterten Volke lebte; es gilt sich zu erheben zur Höhe des Sinai, sich empor zu schwingen vom Irdischen zum Himmlischen, daß das Himmlische sich zu uns herniedersenke. Den Bund, den Gott mit unseren Vorfahren geschlossen, sollen wir erneuern, daß die Liebe und Anhänglichkeit zu Gott in uns erstarke und mächtiger werde. Das Versprechen, das unsere Väter bei Ueberuahme des Gesetzes machten, müssen wir von Neuem wiederholen. Welches dieses Versprechen war? Ihr wisset es; als ihnen Moses die Worte des Bundes vorlas, brachen sie einstimmig in die Worte aus: ״ נעשה ונשמעwir wollen thun und hören". Damit wir diese Worte nachsprechen, müssen wir sie verstehen, denn wir würden, wenn uns zugemuthet wird, ein Versprechen zu geben, doch wohl sagen: wir wollen erst hören, verstehen, und dann thun. Unsere Weisen können aber nicht genug das Verdienst unserer Väter preisen, daß sie das נעשה dem נשמע, das Thun dem Verstehen, vorsetzttn, sie finden gar Bedeutsames in dieser Stellung. Sie sagen: ״Als Israels das נעשה (wir wollen thun) dem נשמע (wir wollen verstehen) vorsetzte, da wurde eine höhere Stimme vernommen, welche sprach: Meine Söhne, wer