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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 90

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 90 (sequence 96)
Language
German
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90 jener, da es aus Aegypten zog, da sprach Israel: ״ .שהורה אני ונאוהGebeugt und häßlich zwar bin ich von entstellendem Druck, aber schön durch mein unsterbliches Herz, das ich aus schwärzenden Flammen der Sclaverei gerettet". Wohl ward es noch oft in Ketten geschlagen, aber es lächelt ja auch in der Natur nicht immer der Frühling, allmählich und unaufhaltsam muß der Winter wiederkehren und Feld und Flur bedecken. Aber wenn wir zurücksehen aus die Leiden unseres Volkes, dann ist es uns, die wir einen größeren Teil des göttlichen Weltplans überschauen, es war das Wort ergangen an Israel: לך עמי בא בהדריך ובו׳ ״Auf mein Volk, gehe in Dein Gemach, schließe die Thür hinter Dir zu, verbirg Dich eine Weile bis der Sturm vorüber." (Jes. 26,20.) Aber der Sturm ging gewiß vorüber. Darum bleibt es nicht immer Frühling, erinnert auch uns noch oft mancher Regenschauer der Verfolgung, manch gehässiges Wort gegen Israel, daß der Winter noch nicht gar so lange vorüber ist, oder will gar mancher im Unmut glauben, das seien schon wieder die Unglücksboten eines kommenden Winters, die Gewißheit dürfen wir haben, daß es doch immer wieder Frühling werden muß הבאים ״ ישרש יעקב וב׳In Zukunft wird Jacob Wurzel schlagen, Israel sprossen und blühen." (Jes. 27.6.) Das, m. A., ist nur eine der vielen Lehren, die unser Fest birgt, aber eine deren Wahrheit alle Räthsel löst, in dem bunten Wechsel der Erscheinungen, in deren Licht wir erst wahrhaft begreifen alle Vorgänge in Natur und Geschichte. Die Wahrheit, daß es keinen Tod, kein Ersterben, kein Entschlafen giebt, sondern nur ein Schlummer, bei dem das Herz nicht ermattet zu schlagen, die Flamme stiller und niedriger glimmt, um einst in vollerem Glanze zu strahlen. Diese Wahrheit sie giebt uns die beseligende Zuversicht, daß auch dem Menschen das Grab nicht die Stätte ist, zu der wir Tote zu ewiger Vernichtung tragen, nein auch sie, die Lieben und Teuren, die uns von der Seite gerissen sind, sie sprechen: ״Wir schlafen, aber unsere Herzen

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