Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 90)
- Language
- German
- Belongs to
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84 das ist eS, was uns Mose verheißet mit den Worten: ״Gott wird für Euch kämpfen, Ihr aber könnet still sein!" So wie wir uns durch unsere religiöse und sittliche Lebensführung der Gesammtheit unseres Volkes als ein werthvolles Glied anschließen, werden die Feinde Israels als Feinde der öffentlichen Ordnung und Gesittung erkannt und von allen Edelgesinnten schon im Interesse des Ganzen bekämpft und zum Schweigen gebracht. So war es bereits in Aegypten, und so ist es auch wieder in unseren Tagen. Als dort der Pharao sein Herz vor dem Worte des Ewigen immer mehr verstockte und der Strafgerichte, die sein Volk trafen, nicht achtete, um nur seinen trotzigen Willen durchzusetzen, da sprachen die Einsichtigen unter seinen Dienern: ״Gieb doch frei diese Männer, damit sie dem Ewigen, ihrem Gotte dienen! ״ הטרם תדע ני אגדה מצריםMerkst Du denn noch immer nicht daß Aegypten zu Grunde geht?" Ebenso aber mehren sich auch in unserer Zeit die Stimmen, welche daraus Hinweisen, daß die Feinde Israels sich naturgemäß zu Feinden der öffentlichen Ordnung entwickeln werden; daß die Seuche des Hasses, des Neides und der Verleumdung in immer weitere Kreise dringen und zuletzt auch diejenigen gefährden und ergreifen werde, die jetzt noch im Gefühle vermeintlicher Sicherheit schadenfroh, oder doch kalt und theilnamslos dem Kampfe zuschauen; und daß es darum ein Gebot staatserhaltender Weisheit sei, alle Gutgesinnten zum Kampfe gegen diese Störenfriede und ״gewerbsmäßigen Ehrabschneider" aufzurufen. Diese Stimmen mögen uns aber auch belehren, die Rettung dort zu suchen, wo sie allein zu finden ist. So gewiß wir auch im übrigen die Hände nicht in den Schoß legen dürfen, so müssen wir doch in erster Reihe Religion und Sittlichkeit pflegen und nach Maßgabe unserer Kraft an den edlen Aufgaben der Nation mitarbeiten. Wir müssen dafür sorgen, daß Judenthum wieder gleichbedeutend sei mit Frömmigkeit und edler Gesittung, mit Wahrheit und Freiheit, mit Vaterlands- und Menschenliebe. Dann ist unsere Sache die Sache der menschlichen