Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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11 Das wird die Zeit sein, wo nicht mehr Gewalt und Recht im Kampfe liegen, dann wollen wir gerne aushören, Feste der Erinnerung an den Druck und die Veifolgung zu feiern, weil sie hinter uns liegen und keine Nacht mehr droht. Wo aber die ganze Menschheit hofft, da wolltest Du verzagen? Du wolltest verzweifeln, klagen, in Deinem Geschicke walten nur die hindernden Mächte? Du siehst jeden Tag die Sonne aufgehn und wolltest glauben, bei Dir bliebe es ewig Nachts Nein, auch Dir leuchtet ein freundlicher Stern, der auch in finstern Nächten Deine Lebensbahn erhellt. Drumverzage nicht! Du glaubst,rings um Dich sei keineHilfe? — wisse, daß Dir ein Erlöser lebt! — Sei Euch allen, die Ihr kämpft, dies Fest ein Versprechen, daß Ihr siegt, die Ihr bekümmert seid ein Trost, daß auch in Eure Zelte noch Freude und Jubel einkehrcn wird, die Ihr trauert, daß Euch Fröhlichkeit bevorsteht, die Ihr verlassen seid, daß da droben auch ein Helfer nt, der die Gewalt zu Schanden macht und das Recht beschirmt. Wem immer feindliche oder innere Mächte im Kampf und Gegensatz das Herz theilen und bedrängen, dem brii'ge das Fest jeglichen Gegensatzes, jeglicher Feindschaft — Versöhnung und Frieden! Amen. XII. Fürchtet Euch nicht! Predigt am siebenten Tage des Pesiachfestes. Von Dr. S. M ahbau m. Sende mir Dein Licht und Deine Wahrheit, ewiger Gott, auf daß sie mich leiten zu Deiner heiligen Wohnung, zu Dir, dem ich lobsinge, o Gott, mein Gott! Amen! Andächtige Festversammlung! Die Vergangenheit ist für einen Spiegel anzusehen, woraus uns die Bilder unserer Zmt entgegenleuchten, das ist eine Betrachtungsweise, die in der menschlichen Natur be-