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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 48

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 48 (sequence 54)
Language
German
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48 _ hinter jedem Augenblick lauert. Anstalt aller Klage sollen wir vielmehr am Feste des Dankes sprechen: ״Wie kann ich Gott vergelten, was er an nur gethau?" — Wie ich ihm vergelten kann? II. ״Wenn ich emporhebe den Kelch des Heils und den Namen Gottes anrufe." Viele Menschen denken, die Religion sei nur sür die Schattenseiten des Lebens da, um in diese etwas Licht hineinzubringen, nur der arme Gedrückte bedürfe ihrer, die Freude aber sei sich selbst genug. Wir denken mit nichten so, wir meinen, das; wie die Freude die reinste Empfindung sei, so auch ein freudiges Herz Gott ebenso hingebend dienen könne. Nicht blos dazu ist die Religion da, um die letzten traurigen Stunden des menschlichen Lebens zu verschleiern, zu verbrämen, sondern auch die heitern und frohen Stunden soll sie begleiten, soll sie verklären, soll sie heiligen. Darum also rufen wir den Namen Gottes an, nicht blos, wenn uns Not und Gram trifft, sondern erst recht aus voller Brust, wenn wir den Kelch des Heils emporheben. Wir haben die Woche gearbeitet, mancherlei Sorgen und Mühen gehabt, da erscheint in immer neuer Glorie des Sabbatabends heilige Freude: da heben wir den Kelch des Heils und ruien den Namen Gottes an, so weihen wir die Ruhe ein und heiligen sie Gott. Es neigt sich der Abend, der Sabbat, der liebe freundliche Gast, will scheiden, schon blickt der Werktag mit ernsterem Antlitz durchs Fenster: da heben wir den Kelch des Heils und rufen den Namen Gottes an und weihen ihm die Arbeit und heiligen sie Gott. So geht uns das Leben dahin in Arbeit und Ruhe, in Feiern uut> Wirken, und beständig wird es durchhallt vom Anruf Gottes. Ein junger Erdenbürger wird in die Gemeinschaft der Lebenden in den Bund Israels ausgenommen, glückwünschend kommen Anverwandte und Freunde herbei, Freude strahlt das

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