Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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34 die Trauer darüber ist noch frisch in unserm Herzen, oder wird in dieser Stunde stets aufs neue wieder in uns geweckt. Traurige Ereignisse sind es, die uns berühren oder gar selbst betroffen haben, uns selbst oder einen der Unsrigen, der nahen oder fernen Angehörigen und Verwandten; Ellern, Gatten, Geschwister, Kinder, Freunde haben mit dem Tode gekämpft, oder sind ihm unterlegen. Wir werden doch nicht kleinmütig und ängstlich bei dem Gedanken hieran, wir verzagen und verzweifeln nicht in der Trauer und Betrübnis hierüber, wir wissen, Gott allein beschließt über Tod und Leben, wider unseren Willen nnd ohne unser Wissen werden wir geboren und sterben wir; Geburt und Tod, wie alle Fügungen und Schicksalsbestimmungen gehen ausschließlich von Gott aus, liegen allein in seiner Hand, sind seine Thaten und seine lauten Reden an uns. Aber bei all dem bleibt Gott unser Retter und Helfer alle Zeit, dieser Gedanke tröstet uns; was Gott thut, ist wohl gethan, von ihm geht nie Böses, stets nur Gutes aus, diese Erkenntnis richtet uns auf. Jndeß nur diejenigen, welche in Gott und mit Gott denken und leben, wissen von solchen Gedanken und haben solchen Trost; nicht diejenigen, welche gott- und glaubenslos, oder gar in Frevel und Sünde, in Spott und Unglauben das Leben verbringen, alle Zeit und mit all ihren Gedanken dem Erwerbe, dem Genüsse, dem Vergnügen hingegeben, dem Sinnlichen und Materiellen zu-, dem Idealen und Heiligen abgewandt sind, die da lediglich auf ihr Wissen und Können, auf ihre Weisheit und Macht, auf ihre Stellung und Höhe, auf ihren Besitz und Reichtum vertrauend, sagen: ״Meine Hand und Kraft hat mir dies alles gemacht und verschafft, es giebt keinen Gott und ich bedarf seiner nicht." Die Menschen in ihrer Schwäche und Ohnmacht, in ihrer Hinfälligkeit und Vergänglichkeit entgehen doch der Hand und Allmacht Gottes nicht, sie verfallen doch dem Geschicke, welches Gott über sie verhängt, wenn sie auch in Gleichgültigkeit und Glaubenslosigkeit Gott und Religion verspotten und verhöhnen Wenn da Gottes Hand!nächtig eingreift, und wie bei einem