Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9616701-9618385-9618386--2390-9618420- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
30 jede Thätigkeit sejtgeüellt, jede Sprengung befohlen, jede Opferung eingeteilt, jede Waschung und Räucherung gezählt und bestimmt — und al׳o: ״Wohl dein, der sich dein Gesetze beugt in seiner Jugend." Was Dich, o Jüngling, aus des Lebens irren Pfaden allein führen, stützen und festigen kann, es ist das Gesetz, Zucht im Gesetze. Das Gesetz führet Dich unbeirrt aus den! schinaleu Wege der Entscheidung, das Gesetz zügelt Deine Leidenschaft, mäßigt Deine Begierde, das Gesetz adelt Dir jede That, durchgeistigt Dir jeden Genuß, das Gesetz verscheucht den Rausch mittäglichen Uebermutes, das Gesetz ist dein Helfer im Kampfe des Lebens, es lässet Dich besiegen alle Prüfungen und Hilst Dir erklimmeu die stolze Höhe wahrer Menschenwürde. Und die ״ ענודהArbeit" ist es, die Dir das Leben versüßt. Gesetz und Arbeit — o Jüngling — seeu die schützenden Cherubim Deines Lebens. 3) ״ ושיהת הילדיםUnd das Reden der Kinder!" Kinder, inund! Kinderrede! Wie süß, wie rein, wie wahr und unschuldig, giebt es heiligere Klange als das Lallen der Kleinen? Giebt es rührendere Laute als aus den! Munde der Reinen und Unschuldigen? ״Aus dem Lallen der KU inen und Unmündigen ist dem Herrn Ruhm bereitet und Ehre", und Heil dein Manne, der sich in die reisen und ersahrungsreichen Jahre ein kindlich Herz, ein heileres kindliches Gemüt hat hinübergerettet; Heil dem Weibe, das lris zur Höhe des Lebens sich die heilige, kindliche Unschuld wahrer Frauenwürde hat bewahret. Nicht das ki ndliche, m. A., wohl aber kindisches Reden im Munde des reifen Mannes geißelt unser Rabbi. Und ist es nicht kmdi ch unveriiniistig. m. Br., wenn Du, mit Deinen eigenen Fehlern behaftet, zu Gericht willst sitzen über die Gebrechen Deines Neoeumeuj h.׳u? Jjt es nicht kindisch unvernünftig, wenn Du die Ehre Deines Bruders befleckest, seinen guten Ruf bemakelst, seinen Nauicn untergräbst? Ist es nicht unvernünftig und kindisch, sich um die Fehler Anderer zu bekümmern, wo so viel, so viel an Dir selbst zu bessern ist? Oder hältst Du Dich etwa in kindischer Weise für fehlerlos? Oder kannst Du hi»,treten, heute hin-