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Israelitisches Predigt-Magazin · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
12 (1894)
Issue
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 13 (sequence 19)
Language
German
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13 Wie erst das nächste, zweitnächste, drittnächste Blatt! In ununterbrochener Aufeinanderfolge, in augenblendevder Goldschrift meldet uns der Bericht, wie der Jüngling, der solch harte Kämpfe zu bestehen hatte — eilt Gelehrter, Künstler, Großindustrieller, berühmter Mechaniker, Philanthrop, und jene durch die Leidensschule hindurchgegangene Jungfrau eine Hohepriesterin des Familienaltars geworden, mit ihren glänzenden Geistes- und Herzensvorzügen das künftige Geschlecht veredelte und adelte. Wie herrlich prangt jedes Blatt, jede Zeile des reichbeschriebenen Blattes und wie prägt sich der Inhalt unserer Seele ein - wir legen das Buch weg,' ungern weg, mit dem Wunsche: mögen auch wir sterben gleich diesern Vorbild edler Männer- oder Frauengröße und möge unser Leben dem ihrigen gleichen — das ist das goldene Buch des Lebens, der vollendet Frommen und Guten.- Nacht und Tag sind vermittelt durch die Dämmerung, den Uebergang von der einen zu dein anderen. Es giebt auch in der sittlich moralischen Welt nicht vollkommene Nacht und vollkonnnenen Tag, d. h. vollendete Bösewichter und vollendete Gute. Es irrt der Mensch 'so lange er lebt und so finden wir, und noch dazu in übergroßer Zahl, so genannte ״Mittelmenschen", die nicht gut und nicht schlecht sind, die zwischen zwei Thürschwellen schwanken, die nicht geradezu schlecht sind, aber auch wegen eines Vorteils nicht zurückschrecken von! Beugen des Rechts und der Wahrheit. Auch der Verworfene hat noch Züge in seiner Seele eingeschrieben, die an die Gottesebenbildlichkeit erinnern, und ist nicht so weit gesunken, nicht auch etwas Gutes zu thun, oder dessen fähig zu sein; auch der Edelste hat andererseits Schwächen und Gebrechen und strauchelt und fällt. Die Frage ist nun, was soll vorwiegen, welcher Schale sollen wir das liebergewicht verschaffen? Und da kann es nicht schwer fallen, die Gnadenzeit zwischen ,T ר und ירה dazu zu benützen, dem Guten und Edlen in uns zum Triumph zu verhelfen. Es hat etwas Beschämendes, von sich sagen, von Anderen behaupten zu müssen, daß wir nur zum Mittelschlag gehören, zwischen Gutem und

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