Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 12 (1894)
- Issue
- 1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Thrones ist Recht und Gerechtigkeit" (Ps. 97, 2). Diese Lehre von der Gottesherrschaft auf Erden, a. Z., war und ist für das jüdische Volk von hochwichtiger Bedeutung; kein Volk ans der ganzen Erde war durch einen so langen Zeitrauin Zeuge von der Regierung des Einig-Einzigen, des allerhöchsten Königs, der im Himmel thronet, als das jüdische. In der grauen Urzeit, als noch Nacht und Finsternis des Götzenkultus den Geist der Völker umfangen hielt, war Israel da und wandelte in Treue und Ergebung vor seinem Gotte; in dem großen Zeitraum, welcher in der Geschichte als das Mittelalter bezeichnet wird, während dessen der Genius der Geschichte trauernd sein Haupt verhüllte, ob der Verirrungen und der tiefen Versunkenheit des Menschengeschlechtes, auch da hielt das jüdische Volk fest an seinem Gotte, ודגלו עלי אהבה und ,,die Fahne, welche es hoch schwang, > welche es seinen Händen nicht 'entreißen ließ, war seine Liebe" zu dem Einig-Einzigen; und in der Gegenwart, inmitten ihrer Strömungen, Bestrebungen, Bewegui.gen, Richtungen, Parteiungen und Kämpfen stehen wir Israeliten unerschütterlich aus unserm Posten mit dem alten Losungsworte: לה׳ אגי ״Wir gehören dem Ewigen!" Daruin läßt Gott durch seinen Propeten Israel in Liebe zurusen: אתם עדי נאם ה׳ ועבדי ״ אשר גהרתיIhr, Ihr allein Israeliten, die ich erwählt und erkoren habe in uralter Zeit für alle Zeiten, seid meine Zeugen, seid Zeugen für die göttliche Weltregierung." M. A.! Je größer ein Zeitraum, desto reicher, mannigfaltiger, vielgestaltiger sind die Ereignisse in denselben; unsere Geschichte, welche Zeiträume von Jahrtausenden umfaßt, weiß daher von gar vielen großen Umwälzungen und Umgestaltungen im Völkerleben zu berichten. Ein Kapitel jedoch in der jüdischen Geschichte muß den edlen Menschenfreund mit tiefer Wehmut und Beschämung erfüllen; Verfolgungen, Bedrückungen, Anfeindungen, Knechtungen, Grausamkeit.bilden feigen ganzen schauerlichen Inhalt. Und gegen wen richtet sich dieses Wüten und Toben des unbändigen Hasses? Gegen das jüdische Volk, von welchem es in dem morgigen Thora- 1*