Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 130)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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124 inmfcit ifjrcs Rabbiners, diese Feier, die hierorts so viele Gcmüther festlich stimmt, findet darum weithin einen freudigen Wicdcrhall. Ihr Rabbiner, er gehört nicht nur Ihnen an, er gehört der jüdischen Wissenschaft, der jüdischen Schule, dem gesummten öffentlichen Leben Israel an; der Verband deutscher Rabbiner, er beglückwünscht diese Gemeinde zu einem solchen geistlichen Führer, er beglückwünscht den Rabbincr zu einer solchen Gemeinde; aber den Amtsgenossen ist dieser festliche Tag zugleich ein hochwillkommener Anlas;, dem Kollegen zu danken für mannigfache Anregung und Förderung, die sie in der Wissenschaft, in der Schule, auf der Kanzel von ihm empfangen haben. Vor 31 Jahren hat unser Freund eine gelehrte Arbeit veröffentlicht, die von einem so hervorragenden und in seinem Urtheil äußerst vorsichtigen Forscher wie Bleek eine ״ausgezeichnete" genannt worden ist. Ter jüdische Religionsunterricht, der, weil er aus eine kleine Anzahl von Stunden eingeengt ist, weil er von allen andern Tisciplinen znrückgedrängt wird, um so dringlicher alle Vortheile einer guten ans das Wesentliche gerichteten, von aller Pedanterie freien Methode bedarf, ist durch die Schulbücher und die pädagogischen Arbeiten unseres Jubilars ans praktische erreichbare Ziele hingelenkt worden; nicht formale hebräische Sprachkenntniß, sondern Religion, religiöses Leben soll gelehrt und geweckt werden. Einstmals sprach man verächtlich von einem Siddurlamdan, von einem, dessen ganze Gelehrsamkeit darin bestand, das; er in unserem Siddur, in den Gebeten und der Gebctordnung, gut Bescheid wußte; heute wären wir schon zufrieden, wenn die Heranwachsende Jugend solche Siddurkenntniß hätte, alle die erbauliche Kraft unserer alten herrlichen Gebete in sich ausgenommen hätte, unser Jubilar hat uns als praktischer Pädagoge hier den Weg gezeigt. Vor allem hat er sich ein außerordentliches Verdienst erworben, daß er seit Jahrzehnten aus der Wacht steht und allwöchentlich sein Wort hinaussendet zur Verherrlichung unseres Glaubens, zur Vertheidignng unserer Genossen, zur Belehrung und Unterhaltung unserer