Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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(U und wird gedemüthlgt, weil er nicht demüthig ist; von einem Königreich mit seinem Glanz und seiner Pracht kann ein Königsherz nicht satt werden, wenn es nicht edel, wenn es nicht der Stolz des Königs ist, Vielen dienen zu dürfen. Auf Mosel) uttd Salomo richtet das Schlußsest unfern Sinn; Mosel) baut ein Heiligthum aus den freien Gaben seines Volkes, Salomo baut Tempel und Paläste, indem er ein freies Volk zum Frohue zwingt: an der Bahre Mose's klagt ein ganzes Volk, an der Bahre Salomo's jauchzt ein ganzes Volk; Moseh hatte sie geführt, Salomo hatte sie gefesselt. So unterscheidet sich die Weisheit der Edlen von der Klugheit der Mächtigen. Unser Zeitalter hat etwas von jenem Salvmvcharakter, es verherrlicht die Verstandeskräfle und denkt gering von der Seelengröße. Aber nicht Salomo sollte unser Ideal sein, der in todten Maitern ein Denkmal feines Könnens aufrichtet, fonbern Mosel), der ein ganzes Volk sich zum Denknml stiftete, der Millionen seinen Geist einhauchte und der heut noch lebt in der Glaubensgemeinschaft, der feine Thora ein Quell des ewigen Lebens ist. A nt e tt! X. Der Abschiedsgrus; der Festtage. Am Schlußsest. Die schöne Festzeit neigt sich ihrem Ende zu, der heutige Tag beschließt als Schlußfest den Festesreigen des Tischri-Mvnats. Aber nicht spurlos will das Fest von uns gehen. Wenn es selbst and) dahinzieht, so will es uns doch seine heilsanie Wirkung zurücklaffett, unser Leben weiheit und verklären. So wie die Sonne, wenn sie längst hinabgetaucht ist unter den Horizont, noch imrner mit ihrem prächtigen Purpur die Wolkett färbt und lieblichen Farbenduft über die Fluren zaubert, so will die Festzeit, auch nachdem sie von uns geschieden ist, durch ihr Licht unser Leben erhellen. Und wie der Diamant, der die Strahlen der Sonne aufgesogen hat, im Dunkeln fortlenchtet, so soll unsere Seele das göttliche