Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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53 Natur seines Wesens. Wollte der Mensch aber das Himmtische zu Gunsten des Irdischen, das Göttliche zu Gunsten des Stoffes verleugnen, so wäre dies un- und widernatürlich, und der Trieb, der am Staube hängt und nach der Erde drängt, ist eben der böse Trieb, der Feind des Menschen. Er macht, nach der Schilderung der Weisen, den Menschen vom Hause aus zum Unechte der äußerlichen Verhältnisse, er läßt den Geist des Menschen verwildern in Inhalt- und Formlosigkeit des Wissens und der Geistesthat, er entweiht des Menschen himmelwärts gekehrte Gesinnung, er legt auf Schritt und Tritt Hindernisse dem Guten, Schönen und Wahren, verhärtet das Herz gegen Liebe, Milde und Erbarmen, und läßt die Seele so frostig und kalt, wenn diese den sonnigen Strahl des Ideals ersehnt. Und wenn Dich der Trieb zur Unterdrückung des Geistes zu Gunsten der sinnlichen, zur Verleugnung der innerlichen Welt um den Preis äußerlicher Güter zwingt, entwaffne mit gleichen Waffen den Feind, laß die Begierde ebenso von der Erde Dich himmelwärts erheben, wie sie vom Himmel Deiner Ideale in den Staub des Gemeinen Dich herabzerrt. So bewirke Du die Wandlung und slanune den irdischen Trieb an zur Himmelsflamme edlen Begehrens (Vergl. Traktat Suckali 52 a). Und wenn Dir einst der Friede in der Seele aufgegangen ist, wenn vernichtet ist der böse Trieb, der Feind in Dir, wirst Du's erkennen und begreifen, wie bergehoch die Hindernisse sind, die dem Guten sich entgegenstellen, während die Bösen vermeinten, es sei ja das Hiitderniß des Ideals tiur haarklein iin Leben. So weineit, nach der Erklärung der Weisen, die Guten wie die Bösen nach dem Eintritt der idealen Erfüllung. Diese, weil sie das Werk der sittlichen Läuteruitg für Haarspalterei halten, Jene, weil sie über bergehohe Hindernisse hinwegschreiten mußten, um ihre Sendung zu erfüllen, den inneren Frieden zu begründen, mit himmlischem Gut das irdische Leben zu weihen und zu verklären (8ueka11 52 a). Dieser innere Friedet! stiftet den Einklang zwischen dem Sturm und Drang der Jugend und der ruhigen Erfahruitg und