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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
11 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 45 (sequence 51)
Language
German
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45 Israels Priesteramt verbreitet werden unter den Völkern der Erde, soll Dauer gewinnen und befestigt werden für alle Zeiten. Wo aber soll der Glaube, der Glaube an den einzigeinzigen Gott und Allvater feine wunderbare Heilkraft zumeist bewähren? Im Schmerze, m. Bruder, in der Trauer! Wenn Schmerz und Kummer unsere Seele wie eine Rauchwolke einhüllen, so daß kein Strahl des Trostes in unser feuchtes Auge fällt, da soll der Glaube an unseren Gott, den Du selbst als einen Gott voll Huld und Güte, voll Milde und Erbarmen am Versöhnungstage verkünden wirst, uns über uns selbst erheben, uns beruhigen und aussöhnen mit der göttlichen Leitung und Regierung. In der Oede des tiefsten Schmerzes, mein Bruder, da wo keine Menschenhand Saaten des Trostes groß zu ziehen vermag, da soll unser Glaube blühen und durch seinen himmlischen Duft den Gottvertrauenden beleben und stärken, daß er dem Schmerze nicht unterliege. Darüber wollte Adonai, der Ewige unser Gott, heute sein Volk belehren, nicht durch Worte, sondern durch eine Thal; und darum hat er Dir gerade heute diesen höchsten Vaterschmerz zugefügt. Nicht weil Du etwa in seinen Augen gesunken, sondern weil Du so hoch erhoben worden bist, weil Du an der Spitze Deines Volkes und Got! näher noch als ich stehst, hat er Dich auserkoren, uni an Dir ganz Israel zu zeigen, welche Heilkraft im Schovße des Gottesglaubens verborgen ist. בקרבי אקדש ועל פני בל העב אבבד Du. der Hohepriester, auf dem die Blicke Aller ruhen, und der Nächste Deinem Gotte, Du sollst voranleuchten als ein Muster ruhiger und stiller Gottergebenheit, wenn uns auch das Theuerste auf Erden wie von einem Blitzstrahl plötzlich getroffen wird. Der Tod Deiner beiden Söhne ist Dem eigentlichstes Weihe-Opfer, das Dich, wenn Du es gefaßt und beruhigt darbringst, zum Hohenpriesteramt erst weiht Wohl ist der Preis, den Gott von seinem ersten Hohenpriester fordert, ein sehr großer; allein es werden Zeiten kommen, mein Bruder, da wird der Altar verwüstet, selbst das Heiligthurn zerstört sein, keine Opferslaunne

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