Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Isak ihm zur Seite. Er hatte drei Tage zu wandern, o Zeit getlug, daß Tiefschmerzliche des Auftrages durchzukosten, über das Unbegreifliche eines solchen Gottesgebotes nachzudeuken; aber weder das Unbegreiflige des Gebotes, noch das schmerzlich Harte der Ausführung ließen ihn auch nur einen Augenblick zaudern in der Erfüllung des Auftrages. ״Und Abraham nahm das Opferholz und legte es auf Isak feinen Sohn und nahm das Feuer und Messer in die eigene Hand und so gingen sie beide still nebeneinander. Da unterbricht Isak das Schweigen und ruft: Vater!" — הנני ״Hier bin ich, mein Sohn!" antwortete Abraham. Da haben wir das zweite הנני, das der Gegenwart. ״Hier bin ich! ich bin ganz bei mir!" Und als ihn hierauf Isak kindlich und unbest ugeit fragt: ״Hier ist das Feuer und das Holz, wo aber ist das Opferlamm?" Da ist Abraham um keine Antwort verlegen: ״Gott wird sich das Lamm ausersehen." Und weiter gingen sie Beide. — Ja, obwohl Isak das Opfer geahnt haben mochte, gingen sie dennoch Beide zusammen in gleicher Ruhe und Ergebung der Vater und der Sohn, der Greis und der Jüngling, ״ זה לעקוד וזה ליעקדjener zu opfern, dieser geopfert zu werden", beide zusammen, um den Willen ihres Herrn und Meisters zu erfüllen. — Gel. Genl.! Eine Frage, ähnlich der, die Isak an feinen Vater gerichtet, haben wir heute Alle auf dem Herzen, eine Frage an unfern Vater im Himmel droben: Siehe das Feuer, das in dein konimenden Jahre so manches Menschen Leben verzehren wird, ist vorhanden, und auch das Holz, die Flamme lodernd zu erhalten, ist gefällt, das Messer, das bestimmt ist, ben Lebensfaden von Tausenden zu durchschneiden, ist geschliffen — d. h. alle tausendfältigen trüben Schicksale und Unfälle, die unter verschiedenen Namen, Feuer, Schwert, Hungersnot!), Krankheit, Seuche, Sorge, Gram, der Menschen Lebensglück vernichten oder verkürzen, sie sind vorhanden, sie ruhen theils noch, wie das Schlacht- Messer in des Vaters Hand, oder liegen vielleicht schon (wer weiß es!) wie das Opferholz auf unseren Schultern. — ״Wo