Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 160)
- Language
- German
- Belongs to
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69 begraben" — das ist der Körper des Menschen, seine irdische Hülle, die ist dein Staube entnommen, und verfällt wieder dem Staube. ״Was zu beklagen ist, das soll inan beklage 1t," - und zu beklagen ist das inriner itoch zu frühe Eutrisseuseiu der Verstorbenen aus beut Kreise ihrer Familie, ihrer Tbätigkeit. ״Was getrageu werden soll, dasertrage man" — das ist der Schmerz uni solchen Verlust, das ist der schwere Schlag, der Euch getroffen. Aber — ״Was sich erheben soll, das muß sich erheben," das ist der Geist, die Seele des Menschen, die muß sich erheben und sich aufschwingen zu der ewigen Heimath des Geistes, sie erhebt sich, schwingt sich auf uitd kehrt zuriick zu dem Urquell des Lichtes, dem sie entstainint, sie erhebt sich aus dem Reiche der Vergänglichkeit und schwingt sich aus zur Ewigkeit; denn ewig wie Gott ist der göttliche Theil in uns! Und ist das etwa ein geringer Trost für die Zurückgebliebenen, daß wir auf die Bahre der Verewigten die ״Krone des guten Namens" legen können, jene Krone, von der der weise Kötüg sagt, daß sie köstlicher sei, als feinstes Oel? Das seine Oel wurde im Alterthuine zum Einbalsamiren der Leichname gebraucht, um den Körper vor Fäulniß und Verwesung zu bewahren, eilt guter Name ist ein Einbalsamiruugsöl für den Geist, ist die hieniedige Unsterblichkeit des Menschen, die ihn der Vergessenheit entreißt, denn das Andenken an seine guten, menschenfreundlichen Thaten lebt lange fort im Gedächtniß der folgenden Geschlechter. Hieraus aber folgt für Euch, Ihr Kinder einer solchen Mutter, die heilige Pflicht: So Ihr das Andenken Euerer guten Mutter ehren und bewahren wollt, wie es ihr gebührt und Euch ziemt, so suchet vor Allem ihren guten Namen weiter zu erhalten, er ist das theuerste Erbe, das sie Euch hinterlaffen. Wirket fort in ihrem Sinne, wohlthätig und friedlich, als ob sie nochunter Euch lebte, als ihr Mutterherz, dieser Mittel- und Brennpunkt, von dein die erwärmende Liebe auf alle noch so entfernten Glieder der Familie ausstrahlte, ttoch unter Euch