Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 157)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616701-9618061-9618062--2187-9618216- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
66 vollem Ruhme die Welt erfüllen, Werke, welche viel von sich reden machen, die hal sie nicht verübt, — ihr Leben floß vielmehr in stillthätiger Geräuschlosigkeit dahin. Aber daraus kommt es auch, wie uns jener Weise in den Sprüchen der Väter belehrt, im Leben gar nicht an, sondern 217 •הפל לפי ״ המעשהAlles hängt von der Menge der Thaten ab" Hört Jhrs? ״von der Menge" nicht ״von der Größe". Wer sein Leben in gleichmäßig frommer, gottergebener, still wohlthätiger, freundlicher und friedlicher Weise durchgelebt hat, hat m ehr gelebt, und mehr gethan für sein ewiges Heil, als wer bei im Uebrigen religiös gleichgültiger, um Menschenwohl im Einzelnett unbeküntinerter Lebensweise sich irgend einmal aufrafft zu einer prahlerischen Großthat, mit der er sich brüsten kann. Der Wirkungskreis einer Frau ist ja überdies nur aus die bescheidenen Räunie des Hauses beschränkt, "״ צופיה חליפות פיתהsie soll die inneren Angelegenheiten des Hauses sorgsam überwachen." Und eine solche ״Hausfrau" im vollsten imd edelsten Sinne des Wortes war die Verewigte. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend sah man sie in emsiger Rührigkeit in des Hauses Räumen walten, sie selbst legte Hand an's Werk, ״sie wollte das Brod des Müßigganges nicht genießen", sie suchte und fand in häuslichein Wirken, in häuslicher Thätigkeit ihre größte Freude und Befriedigung; ja, nachdem sie frühzeitig ihren Gatten durch ein herbes Geschick verloren, mit welcher Liebe und Ausdauer widmete sie sich der Erziehung ihrer Kinder! Durch Wort und Beispiel, durch angeborene Milde und Sanstmuth erzog sie sie sämmttich zur Gottesfurcht und Tugend. Sie selbst war ihnen ein leuchtendes Vorbild des Gottvertrauens und stiller Ergebung in die Fügungen eines wechselreichen Geschickes: in heiteren, wie in trüben Tagen, bei frohen und bei traurigen Familienereignissen blieb sie fest und aufrecht stehend in ihrer Frömmigkeit, mit dankerfülltem sowohl, wie irostbedürstigem Herzen eilte sie in's Gotteshaus, mit König David sprechend: ״Heb' ich