Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 155)
- Language
- German
- Belongs to
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B4 und doch so herrlichen Menschen. Ein liebevoller Gatte, ein zärtlicher Pater, ein treuer Lohn und Brttder, ein wahrer Freund! — Hilfsbereit, weit über sein Vermögen hinaus, jeden! Bedürftigen; er hat Liebe gesäet und d״rum auch Liebe geerntet in reicher Fülle. Edel in seinen! Thun, in allein Verhalten, war auch sein Denken, sein Fühlen edel, allein dein Guten und Schönen zngewendet — feind allein Niedrigen und Gemeinen! Von frühester Kindheit an vertrant mit dem reichen Schatze jüdischen Wissens, wunderte er dahin durch die blunienreichen Gefilde der Wissenschaft und Dichtkunst der Völker des Alterthunis wie der Neuzeit, und sammelte das Schönste und Edelste und Beste zu erfreuendem, labendem Strauße sich und Allen, die ihm näher traten. Mit gleich tiefem Erfassen entperlten seinen Lippen die tiefempfundene Worte der Propheten, die scharfsinnigen Lehrender Weisen Israels, tute dieGeistesblnthen unserer Dichter -- die Offenbarungen des deiltschen Volksgeistes! Und nicht ein äußerlich Angelerntes, nicht Schmuck unrund Zier war ihm solches Wissen. ES galt ihm als eine Ossenbarnng des GottesgeisteS, es war ihm ein steter Antrieb, nach Veredelüng zu streben, immer mehr in die Thal umzusetzen die Erkenntniß, daß edles Streben allein wahres Leben ist! Erfüllt hat er den Nus des GottesworieS: צדק צדק תרדוף ״Strebe nach Wohlthnn, strebe nach Rechtthnn" - sei edel immerdar und gut. Und so kurz auch sein Lebensweg gewesen, so hat er ihn doch hoch hinansgesührt in die reinen Höhen, welche niederer Leidenschaften Dunst nicht umwölken kann. Nicht gen!essen, sondern gewogen darf sein Erdenwallen werden - - und wahrlich: er hat gelebt, mehr als Tausende, denen doppelt so viel Jahre, als!hm beschieden waren. Er hat gelebt, und er wird sortleben in der dankbaren Erinnerung seiner Farnilie seiner Freunde, All derer, denen er ein Segen und eine Seelenerqnicknng gewesen. Lebe wohl, treue Seele, die du verknüpft warst n!it der meinigen, bis wir dereinst zu ewigen See'engemcinschasi vereint werden. ״Möge deine Seele ausgenommen ׳ein in den Bund des ewigen Lebens." — A m e n!