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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 57

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 57 (sequence 148)
Language
German
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57 ab, daß er ein ,,Ehren mann" gewesen, — ja jeder Zoll an ihm ein Ehrenmann — das ist der Name, den die Mitwelt ihm gegeben. Hat der Verstorbene auch die Krone des Greisenalters nicht erreicht — er starb in! 63. Lebensjahre — so ziert ihn doch eine viel herrlichere Krone, die des ״guten Namens", sie ist eine ״Ehrenkrone, ertvvrben aus dem Pfade der Tugend." (Sprüche Salom. 16, 31.) Und der Name, nach dem er selbst sein Lebelang gerungen und den er - - nn seinem offenen Grabe sei's bezeugt, denn ״Wahrheit sprießt aus der Erde" — sich auch errungen, es war der: stets ein ״Mensch" im schönsten Sinne des Wortes zu seitt. Aus dem Altäre seines Herzen loderte die Flamme echter Menschenliebe, er war nicht nur ein überaits liebevoller Gatte, ein ach! so zärtlicher Vater und Bruder, er war auch eilt Vater der Waisett, ein Berather der Wittwen — er war Mitbegründer des Wittwen- und Waisenunterstützungs-Vereins in unserer Gemeinde und gehörte dem Euratoriuni desselben bis an sein Lebensende an — und gar Vielen war er ״Bruder", nicht durch die Geburt, sondern durch innige Theilnahme, durch brüderlichen Rath, durch helfende That. So gilt von ihm das ihn ehrende Wort, ״daß nichts Menschenwürdiges ihin fremd war". Gemeines uitd Niedriges wies er tveit ab von sich, alles Edle, Große und Göttliche ehrte und förderte er, durchdrungetl von tiefer Religiosität und in treuer Anhänglichkeit an den väterlichen Glauben. So erscheint sein nun abgeschlosseit vor uns liegendes Leben von allen Seilen als ein abgerundetes, thatenreiches, im Dienste der Humanität stehendes, als ein weise und nützliches verwendetes. In feinem Leben und seiner Wirksamkeit liegt auch der Trost, den er den üesbetrübten Seinigen, ben er uns Allen zurückläßt. Der wackere einzige Sohn möge sich aufrichten in dem Gedanken und dein Bestrebeit, daß er eines solchen Vaters stets würdig befunden werde, und daß er durch die gleichen Tugenden die des Vaters uttsterblich machen könne, daß er der Erbe und Erhalter des väterlichen ״guten Namens" sei und bleibe.

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