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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 43 (sequence 134)
Language
German
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43 da stöhnte er in den heiligen Lauten der Sprache Israels die Worte des Psalmisten: ״Was sprechen die Heiden: wo ist ihr Gott, und unser Gott waltet in den Höhen, und was er begehrt, das vollführt er." Daß wir es nur gestehen, jene Frage, welche der heilige Sänger den Heiden in den Mund legt, sie durchbebte auch unser Herz zuweilen, wenn wir den Kranken so schwer, so unsäglich leiden sahen. Dieser starke Mann, wie brach er zusammen, da Krankheit die Stützen seiner Kraft untergrub, dieser Helle Geist, wie ward er gestört und umschattet durch die Traumgestalten seines erregten Hirnes, seiner überreizten Einbildungskraft; dieser einst so beredte Mund, so geübt, mit scharfen Worten den Gegner zu widerlegen und die eigene Sache zu führen, wie brachte er nunmehr nur stockend und abgerissen die Worte heraus, daß wir nur mühsam den zerstückten Gedanken zusammenstellen konnten. Und diese Kraft und dieser Geist und dieser Mund, wem hatten sie denn seit Jahrzehnten zuvörderst gedient, wenn nicht dem Gemeindewohl? und nun wurde diesem granitnen Manne seine Stärke zum Unheil, daß er länger und schwerer litt, bevor der Tod ihn zermalmte? Da war es beinahe verzeihlich, wenn seine Getreuen die heidnische Frage sprachen: Wo ist die Liebe, die Gerechtigkeit des Herrn, wenn er den so hart heimsucht, der so sehr die Liebe und die Gerechtigkeit gepflegt hat. Aber wir wollen das Wort in's Herz fassen, das sein Mund im Sterben zu eigenem, zu unserem Tröste uns zugerufen hat. ״Es ist unser Gott, der über den Höhen waltet, der vollführet was er begehrt;" er legt auf die stärkeren Schultern die schwerere Last, und sendet die härtere Prüfung über die mannhafte Seele, aus daß groß dastehe vor Gott und den Menschen der Geist, der ungebrochen vom schlimmsten Leid es bekannte: ״Unser Gott waltet im Himmel", seine Wege sind wunderbar und verhohlen, aber ״ob ich auch walle durch das Thal der Schatten, ich fürchte kein Leid, denn Du bist bei mir, Dein Stab und Deine Stütze, Deine Strafe und Dein Heil, beide trösten mich."

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