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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 13 (sequence 104)
Language
German
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13 sich dessen nicht rühmte. Sie war glücklich in der Hebung ihrer Pflicht, in dem trauten Berkehr mit ihrem Manne und mit ihren Kindern, lind wie wurde sie auch von ihren Anverwandten und Freunden geliebt und geehrt; Jeder wußte, dieses Herz ist ohne Arg und Falsch, du kannst auf sie zählen, wenn es noth thut. Da hat das Schicksal ihr und Ihnen die schwerste Prüfung auferlegt, als sie nach kurzer Krankheit von dieser Welt abgerufen wurde. Wer kann das Schmerzgeslihl einer Mutter ermessen, die den Tod vor Augen sieht und an ihre unmündigen Kinder denkt, deren jedes ihrer Hut und Sorgsalt so dringend bedarf, die einen großen Pflichtenkreis zu erfüllen hat, und die dennoch nach einem unerbittlichen Rathschluß in das Land ziehen soll, von dein es keine Wieder׳ kehr giebt. Dem Gatten bleibt in solcher Noch kaum Zeit zur Trauer und zur Klage; alle die Pflichten, die die Genossin so willig geübt hat, werden jetzt auf seine Schultern gelegt; gerade jetzt, wo die Kraft durch das, was er selbst verloren, schwächer geworden, muß er mehr tragen, mehr leisten als frliher, er faun die dringende Mahnung, die aus unschuldigen Kinderaugen ihm wird, nicht von sich weisen. Gewiß kann die Hilfeleistung der Nächsten, die Jhneu, der Sie selbst stets so hilfbereit sind, nicht fehlen wird, den Schmerz und die Sorgen lindern, aber das Wichtigste liegt Ihnen, Ihnen allein ob. Sie dürfen Ihrem Schmerz nicht nachgeben, Sie haben das theure Bermächtniß der Entschlafenen zu hüten, die ein Zeugniß der Liebe fordert nicht in frucht losen Thränen, nicht in vergeblichen! Seufzen, die die Kraft ermatten, sondern in dem Muthe, der sich aufrafst, um mit den höheren und schwereren Zielen die jetzt Ihr Leben hat, zu wachsen an Thatkraft, an Eifer, an Treue. Sie haben sich bisher, werther Freund! stets als ein tapferer Mann be .währt, der sich selbst von trüben Berhältnissen nicht unterjochen ließ, sondern der sie mit Much und Einsicht beherrscht und gemeistert hat. Nun ist Ihnen die schwerste Aufgabe geworden; an dem ״Fest der Loose", an einem allgemeinen

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