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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 68 (sequence 79)
Language
German
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68 späten Jahren beglückt an diese Stunde zurückdenken, in der Ihr den Grundstein zur Hütte Eures Ehelebens gelegt. Möge Gottes Segen das schützende Obdach bilden, das schirmend sich über Eure Lebenshütte breite, und möge diese Hütte stets ein glückliches, gottgesegnetes Ehepaar umschließen. ויהי נועם 21׳ ״Möge die Freundlichkeit des Herrn ruhen aus uns und unserem Händewerke, möge Er zu dem, was wir jetzt hier vollbringen, geben seinen Segen, Gedeihen und Gelingen! Amen. Der Herr segne diesen Ehebund und behüte ihn, ~ der Herr lasse Euch sein Licht und seine Gnade strahlen, — der Herr wende Euch stets sein Antlitz in Freundlichkeit zu und gebe Euch des Ehestandes herrlichste Güter: Frieden und Zufriedenheit! Amen. XVII. Die zwei Tafeln des Bundes. Geehrtes Brautpaar! Unsere Weisen haben uns ein tiefsinniges Wort überliefert, wenn sie sagen: ״Die beiden Tafeln des Bundes, den Gott mit Israel am Sinai geschlossen, sie sind ein Gleichniß des Bundes zwischen Bräutigam und Braut." Diese beiden Tafeln, sind sie nicht eins in ihrem Wesen; wohl behandelt jede von ihnen ein verschiedenes Gebiet der Sittlichkeit, aber giebt es im Grunde nicht nur eine Sittlichkeit, eine Tugend- Aeußerlich unterschieden sind diese beiden Tafeln: aber in ihrem innersten Kerne zusammengehörig, zu denselben Zielen strebend, aneinandergehestet ungefähr wie zwei Flächen desselben Körpers: שני לוחות aber ״ תורה אחתzwei Bundestafeln und eine Thora" — das nennen die Alten in wunderbarem Tiefsinn ein Gleichniß der Ehe. Wo die Ehe wahrhaft ein Gottesbmld ist, da sind es zwei Seelen, die gewisserniaßen zu einer zusammenfließen; aber wie zwei Flammen in vereintem Lichte ungleich Heller aufleuchten, als da sie getrennt nebeneinander

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